Verdacht Früherer US-Elitesoldat soll im Weißen Haus spioniert haben

Spionageverdacht im Weißen Haus: Ein früherer US-Elitesoldat und Mitarbeiter der Vizepräsidenten Dick Cheney und Al Gore soll fast drei Jahre lang geheime Dokumente von Computern heruntergeladen und weitergeleitet haben.


Washington - Der von den Philippinen stammende 46-jährige Leandro Aragoncillo werde beschuldigt, mehr als 100 als vertraulich eingestufte Dokumente weitergegeben zu haben, berichtete der Fernsehsender ABC unter Berufung auf Quellen bei der Bundespolizei FBI und dem Geheimdienst CIA. Die meisten der Dokumente soll er per E-Mail an Adressen auf den Philippinen weitergeschickt haben.

Weißes Haus in Washington: Vertrauliche Dokumente für die philippinische Opposition
DDP

Weißes Haus in Washington: Vertrauliche Dokumente für die philippinische Opposition

Nach Angaben von CIA und FBI handele es sich um den ersten Spionagefall im Weißen Haus in den vergangenen Jahren, berichtete ABC. Der frühere Angehörige der US-Marines, der seit 1999 für die Regierung gearbeitet habe, sei vor einem Monat verhaftet worden und kooperiere mit den Behörden. Er habe angegeben, auch für Ex-Präsident Bill Clinton und die frühere Sicherheitsberaterin und heutige US-Außenministerin Condoleezza Rice tätig gewesen zu sein.

Unter den entwendeten Dokumenten soll auch ein diskreditierendes Dossier über die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo gewesen sein. Der Beschuldigte habe es an philippinische Oppositionelle weitergeleitet, die einen Umsturz geplant hätten.

Das Weiße Haus wollte zu dem Bericht mit Verweis auf "laufende Ermittlungen" nicht Stellung nehmen. Der Chefankläger des Bundesstaats New Jersey, Christopher Christie, hatte am 12. September die Festnahme Aragoncillos bekannt gegeben, ohne jedoch auf dessen Kontakt zur US-Regierung hinzuweisen. Zugleich hatte Christie die Festnahme eines ehemaligen philippinischen Geheimdienstagenten in New York bekannt gegeben. ABC zufolge hatte Aragoncillo unter anderem dem philippinischen Ex-Präsidenten Joseph Estrada persönlich Unterlagen überreicht. Estrada steht zurzeit wegen Korruptionsvorwürfen unter Hausarrest.



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