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07. Juni 2019, 17:22 Uhr

Angriffe auf Öltanker

Emirate gehen von Sabotage durch feindlichen Geheimdienst aus

Nach Explosionen an mehreren Öltankern vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate gibt es erste Erkenntnisse: Demnach gehen die Ermittler davon aus, dass ein Geheimdienst involviert gewesen sein muss.

"Sabotageakte" gegen vier Handelsschiffe vor ihrer Golfküste hatten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) vor wenigen Wochen gemeldet - und Ermittlungen dazu aufgenommen. Nun gibt es erste Erkenntnisse: Demnach gehen die Emirate nach eigenen Angaben von einem Angriff eines anderen Staates aus. Eine so ausgeklügelte koordinierte Operation erfordere eine "beträchtliche operative Kapazität", hieß es in einer Stellungnahme der VAE-Vertretung bei den Vereinten Nationen.

Dem Bericht zufolge wurden die Tanker anscheinend gezielt ausgewählt. Wahrscheinlich hätten mehrere Teams mit Tauchern Sprengstoff genau so an den Schiffen befestigt, dass diese nicht sanken, sondern nur manövrierunfähig wurden. Außerdem habe es schnelle Boote gebraucht, die mit genauer Kenntnis der Region in die Gewässer der Vereinigten Arabischen Emirate eingedrungen seien. Die gesamte Aktion habe die Kompetenzen eines Geheimdienstes benötigt.

Die Sabotage an den Öltankern war Mitte Mai gemeldet worden. Unter den betroffenen Handelsschiffen waren auch eines aus Norwegen und zwei saudi-arabische Öltanker. Riad und Washington sehen Iran hinter den Taten und haben ihren Ton gegen Teheran verschärft. Iran dagegen hatte davor gewarnt, dass dem Land mit fabrizierten Beweisen die Schuld gegeben und damit ein Konflikt provoziert werden solle.

Bei den Zwischenfällen sei niemand an Bord der Schiffe verletzt worden, hieß es in der von der amtlichen Nachrichtenagentur Wam verbreiteten Erklärung. Auch seien weder Öl noch chemische Substanzen ausgetreten.

vks/dpa

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