Vergewaltigungsvorwürfe auf Okinawa Ausgangssperre für US-Streitkräfte

Im japanischen Okinawa soll ein dort stationierter US-Soldat  ein 14-jähriges Mädchen vergewaltigt haben. Die US-Armee reagiert auf die Vorwürfe mit einer Ausgangssperre: Bis auf weiteres dürfen die amerikanischen Streitkräfte ihre Stützpunkte nicht verlassen.


Tokio - Wegen der Vergewaltigungsvorwürfe dürfen die amerikanischen Soldaten bis auf weiteres ihre Stützpunkte oder ihre Residenzen nicht mehr verlassen. Die Ausgangssperre gelte ab heute Morgen für unbegrenzte Zeit für die US-Soldaten und ihre Familien, hieß es in einer Erklärung des US-Kommandeurs auf Okinawa, Generalleutnant Richard Zilmer. Die US-Armee und ihre Kommandeure nähmen die Vorwürfe gegen ihre Soldaten sehr ernst, hieß es in der Erklärung weiter.

Der in der vergangenen Woche festgenommene Soldat räumte ein, er habe das Mädchen zwingen wollen, ihn zu küssen. Er bestritt aber eine Vergewaltigung. Wenig später wurden zwei weitere Marineinfanteristen festgenommen: Einer der beiden soll betrunken Auto gefahren sein, der andere mit Drogen vollgepumpt in ein Haus gestolpert und dort in Ohnmacht gefallen sein. Nach japanischen Medienberichten von gestern soll zudem ein US-Soldat versucht haben, auf Okinawa gefälschte 20-Dollar-Scheine in Umlauf zu bringen.

1995 hatte die Vergewaltigung einer Zwölfjährigen durch drei US-Soldaten auf Okinawa Massenproteste ausgelöst. Auf der Insel sind etwa die Hälfte der insgesamt 40.000 US-Soldaten in Japan stationiert. In der kommenden Woche besucht US-Außenministerin Condoleezza Rice Japan.

jma/afp



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