Vergewaltigungsvorwürfe US-Justiz ermittelt gegen Algeriens CIA-Chef

Schwere Anschuldigungen gegen einen Top-Agenten: Die US-Justizbehörden ermitteln wegen des Verdachts der Vergewaltigung gegen den ehemaligen Leiter der CIA in Algerien. Der Mann soll zwei Frauen in seinem Haus missbraucht haben.


Washington - Die Vorwürfe kamen unabhängig voneinander: Zwei Frauen werfen dem früheren Chef des US-Geheimdienstes CIA in Algerien vor, sie vergewaltigt zu haben. Die beiden Frauen hatten die mutmaßlichen Vergewaltigungen erst Monate später gemeldet.

Der erste Fall ereignete sich den Angaben des Fernsehsenders ABC zufolge im September 2007. Laut Ermittlungsakten erklärte die Frau, sie sei auf einer Party im Haus des Mannes plötzlich ohnmächtig geworden. Als sie aufwachte, habe sie geglaubt, Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, konnte sich aber an nichts erinnern.

Der zweite Fall stammt aus dem Februar 2008. Die Betroffene meldete sich den Angaben zufolge bei Mitarbeitern der Botschaft und gab an, der Mann habe sie sexuell belästigt.

Nun ermitteln die US-Justizbehörden gegen den Agenten. Aus Algerien wurde er bereits im vergangenen Oktober abberufen. Laut Akten beim Bundesgericht in Washington ist gegen den Mann noch keine Anklage erhoben worden. Aus den Unterlagen geht laut ABC allerdings hervor, dass Ermittler im Haus des Beschuldigten K.-o.-Tropfen gefunden hätten.

Ein Ermittler des US-Außenministeriums hatte außerdem beantragt, den Computer des Mannes zu durchsuchen. Bei einer Durchsuchung der Residenz in Algerien seien Sex-Videobänder entdeckt worden, auf denen der CIA-Mann zu sehen sei, berichtete ABC.

Die US-Regierung nehme jede Anschuldigung wegen eines Fehlverhaltens von amerikanischen Staatsbediensteten sehr ernst, betonte der stellvertretende Sprecher des US-Außenministeriums, Robert Wood, in einer Stellungnahme. Derzeit würden die Anschuldigungen gegen den Amerikaner geprüft.

ffr/AP/dpa



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