Verhafteter Deutscher Berlin widerspricht Teheran

Verwirrung um den in Iran inhaftierten Deutschen: Die Bundesregierung widersprach heute einer Darstellung aus Teheran, wonach es noch kein Urteil gegen den 52-Jährigen gibt.


Berlin - Ein Mitarbeiter der Botschaft sowie ein Anwalt seien persönlich bei der Verhandlung mit der Urteilsverkündung anwesend gewesen, teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes mit. Es gebe Hinweise darauf, dass den deutschen Stellen in Kürze die schriftliche Urteilsbegründung übermittelt werde.

Nach Angaben seiner Ehefrau wurde der Deutsche zu einer 18-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Anwalt des Deutschen, Klaus Kübler, sagte SPIEGEL ONLINE: "Nach allen mir vorliegenden Informationen ist das Urteil gefällt, aber noch nicht zugestellt." Zum Strafmaß wollte er sich aber nicht äußern. "Dazu sage ich nichts, bis ich es nicht schwarz auf weiß habe", sagte er.

Zuvor hatte ein iranischer Regierungssprecher bei einer Pressekonferenz in Teheran erklärt, dass es noch kein Urteil gegen den Deutschen gebe. "Es ist noch kein endgültiges Urteil gefällt worden - sonst wäre es gleich dem Anwalt und den anderen relevanten Seiten übermittelt worden", sagte der Sprecher. Der Fall werde weiter untersucht.

Der aus Lambsheim in Rheinland-Pfalz stammende Deutsche war Ende November bei einer Schiffstour mit einem französischen Bekannten in iranische Hoheitsgewässer geraten und festgenommen worden. Seither wird er unter dem Vorwurf des illegalen Grenzübertritts festgehalten.



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