Verhandlungen im Atomstreit Iran dämpft Hoffnungen auf Durchbruch

Iran wird nach den Worten eines hochrangigen Regierungsvertreters keinesfalls auf die Anreicherung von Uran verzichten. Damit steht das für Samstag mit Spannung erwartete Treffen zwischen Vertretern Teherans und der EU zur Entschärfung des Atomstreits unter keinem guten Stern.


Genf - "Jegliche Art einer Aussetzung oder eines Einfrierens kommt nicht in Frage", sagte der iranische Vertreter am Samstag. Damit steht das Treffen von EU-Chefdiplomat Javier Solana mit dem iranischen Chefunterhändler Said Dschalili am Samstagnachmittag in Genf unter keinem guten Stern, denn der Verzicht Irans auf die Urananreicherung ist die zentrale Forderung der fünf ständigen Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats sowie Deutschlands.

Erstmals ist bei den Gesprächen auch ein US-Diplomat vertreten. Die Nummer drei im US-Außenministerium, William Burns, sitzt in Genf mit im Verhandlungsraum. Er werde wohl nicht das Wort ergreifen, hieß es aus seiner Delegation am Rande des Treffens. Es ist aber das erste Mal seit 30 Jahren, dass ein US-Regierungsvertreter zusammen mit einem iranischen Diplomaten auftritt.

Diese Teilnahme war von US-Außenministerin Condoleezza Rice als Hinweis für die Bereitschaft Washingtons bezeichnet worden, den Konflikt friedlich beizulegen. Rice warnte am Freitag in Washington allerdings vor falschen Erwartungen.

Die Beteiligung von US-Staatssekretär Burns bedeute keineswegs einen Kurswechsel Washingtons. "Es handelt sich in der Tat um eine starkes Signal an die ganze Welt, dass wir es mit der Diplomatie sehr ernst gemeint haben und es damit weiterhin ernst meinen", sagte Rice.

hil/Reuters/dpa



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