Fotostrecke

Atombedrohung: Nordkoreas geheimes Raketenarsenal

Foto: AP

Verhandlungen mit USA Nordkorea setzt Atomprogramm aus

Vollzieht Nordkorea unter dem neuen Führer Kim Jong Un einen Kurswechsel? Der junge Diktator will Atomtests und Urananreicherung stoppen - und sogar internationale Inspekteure in das abgeschottete Land lassen. Die USA wollen im Gegenzug 240.000 Tonnen Lebensmittel liefern.

Washington/Pjöngjang - Nordkorea bewegt sich im Atomstreit. Nach Angaben der US-Regierung ist das Regime in Pjöngjang bereit, die Urananreicherung einzustellen und vorerst auf Atomtests zu verzichten.

Unter anderem sollten der Start von Langstreckenraketen sowie Arbeiten in der Atomanlage Yongbyon gestoppt werden, hieß es am Mittwoch in einer Erklärung des Außenministeriums in Washington.

Die staatliche Nachrichtenagentur Nordkoreas bestätigte das Moratorium über Nukleartests. Die Urananreicherung in der Atomanlage Yongbyon werde eingestellt, hieß es.

Eine Sprecherin des US-Außenministeriums in Washington erklärte, Nordkorea wolle außerdem Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ins Land lassen. Diese sollten die Umsetzung des angekündigten Moratoriums überwachen.

Im Gegenzug hätten die USA zugestimmt, die Details einer geplanten Lebensmittelhilfe festzuzurren und weitere Schritte zu unternehmen, um die bilateralen Beziehungen zu verbessern. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte, das Moratorium sei ein "erster bescheidener Schritt in die richtige Richtung".

240.000 Tonnen Lebensmittel aus Amerika?

In der vergangenen Woche hatten die USA und Nordkorea erstmals seit dem Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il wieder Atomgespräche geführt. Dessen Sohn Kim Jong Un steht seit Dezember an der Spitze des abgeschotteten Landes.

In der Stellungnahme hieß es weiter, die USA wollten die Verhandlungen mit Nordkorea über Lieferungen von 240.000 Tonnen Lebensmittel abschließen.

Die Regierung in Washington hatte zuvor deutlich gemacht, dass sie Lebensmittellieferungen für Nordkorea künftig an politische Bedingungen knüpfen will. Voraussetzung für eine Wiederaufnahme der Hilfe sei, dass sich Pjöngjang zu Gesprächen über eine Einstellung seines Atomprogramms sowie seiner Raketentests bereit erkläre und internationale Inspekteure in seine Atomanlage Yongbyon lasse, hatte der Befehlshaber des US-Pazifikkommandos, Admiral Robert Willard, am Dienstag vor einem Senatsausschuss in Washington gesagt. Das US-Außenministerium hingegen hatte noch am Montag dementiert, nordkoreanische Hilfsanfragen mit politischen Gegenforderungen zu verknüpfen.

Südkorea und Japan begrüßen Einigung

Allerdings hatte Nordkorea bereits 2007 einmal zugesagt, seine Atomanlagen stillzulegen und die ausländischen Atominspekteure wieder zuzulassen, die Zusage später allerdings wieder zurückgenommen.

Nordkoreas Atomprogramm sorgt seit Jahren für Spannungen in Ostasien und mit den USA. Es wird befürchtet, dass Pjöngjang mit Hilfe weitreichender Langstreckenraketen Nachbarstaaten mit Nuklearwaffen angreifen könnte. Die Regierungen Südkoreas und Japans begrüßten das Moratorium am Mittwoch umgehend.

Nordkorea hatte sich zwar bei Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags 1985 verpflichtet, nukleare Anlagen nur zivil zu nutzen, im Geheimen aber waffenfähiges Uran angereichert. Als das Ende der neunziger Jahre bekannt wurde, wurde Nordkorea scharf kritisiert. Die USA stoppten die Hilfs- und Energielieferungen an das verarmte Land. Daraufhin kündigte Pjöngjang um die Jahreswende 2002/03 seine Mitgliedschaft im Atomwaffensperrvertrag und seine Zusammenarbeit mit der IAEA.

fab/Reuters/AFP