Verhör-Ergebnis Gefangene planten offenbar Anschläge in USA

Immer mehr Taliban- und al-Qaida-Gefangene werden in Afghanistan von der US-Armee verhört. Nach eigenen Angaben wollen die Ermittler herausgefunden haben, dass einige der Inhaftierten Attentate in den USA geplant hatten.


Gefangene der Anti-Taliban-Allianz: Wie wertvoll sind ihre Informationen?
AP

Gefangene der Anti-Taliban-Allianz: Wie wertvoll sind ihre Informationen?

New York - Die bisher ermittelten Informationen wiesen darauf hin, dass gefangene al-Qaida-Kämpfer direkt mit geplanten Angriffen auf die USA zu tun hätten, hieß es nach Angaben von CNN aus Kreisen des US-Militärs. Sie fügten hinzu: "Zu einigen geplanten Anschlägen sei es nicht gekommen, aus welchen Gründen auch immer, möglicherweise wegen der Ereignisse vom 11. September."

Ein Zentrum der Verhöre ist offenbar Bagram, der Flughafen rund 50 Kilometer nördlich von Kabul. Dort werden von den Amerikanern zurzeit etwa 50 Gefangene festgehalten. Kürzlich wurde der hochrangige al-Qaida-Führer Ibn al-Scheik al-Libi von der "USS Bataan" in der Arabischen See nach Bagram verlegt. Der Libyer wird beschuldigt, Terroristenausbildungslager in Afghanistan geführt zu haben. Auch Mullah Abdul Salam Saif, der frühere Botschafter der Taliban in Pakistan, wurde vergangene Woche nach Bagram überstellt.

Unter den Gefangenen sollen sich mehr Briten befinden als bisher bekannt war. Die "Times" schreibt, mindestens sechs britische Muslime seien in Afghanistan in Gefangenschaft geraten, weil sie der al-Qaida-Terrorgruppe angehören sollen. Auch sie sollen offenbar nach Kuba in das Gefangenenlager auf dem US-Stützpunkt Guantanamo Bay gebracht werden.

Dort befindet sich bereits ein Brite in Haft. Er gehörte zum ersten Schub von 20 al-Qaida- und Taliban-Gefangenen. Nach Angaben eines Sprechers von Premierminister Tony Blair ersuchte Großbritannien die USA um Zugang zu britischen Gefangenen. Die Briten haben bereits die Zusicherung seitens der USA erhalten, dass die Gefangenen gemäß internationaler Gepflogenheiten behandelt würden.

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