Vernehmung in Callgirl-Affäre Strauss-Kahn bleibt in Polizeigewahrsam

Hat sich Dominique Strauss-Kahn der Zuhälterei schuldig gemacht? Das will die Gendarmerie in Lille in einem laufenden Verhör klären. Die Befragung soll zeigen, was genau der frühere Hoffnungsträger der französischen Sozialisten über die von ihm besuchten Sex-Partys wusste.

Ankunft in Lille: Strauss-Kahn auf dem Weg zum Verhör
DPA

Ankunft in Lille: Strauss-Kahn auf dem Weg zum Verhör


Paris/Lille - In der Affäre um mutmaßliche Zuhälterei bleibt der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, weitere 24 Stunden in Polizeigewahrsam. Das verlautete der Nachrichtenagentur AFP zufolge am Dienstagabend aus Behördenkreisen. Strauss-Kahn ist in einer Callgirl-Affäre ins Visier der Justiz geraten.

Strauss-Kahn war den gesamten Tag über in einer Kaserne der Gendarmerie in Lille zu seiner Teilnahme an Sex-Partys befragt worden. Das Verhör, das am Mittwoch andauern dürfte, soll klären, ob der 62-Jährige möglicherweise an Zuhälterei beteiligt war und von veruntreuten Firmengeldern für die Partys profitierte.

Der frühere Hoffnungsträger der französischen Sozialisten bestreitet nicht, an den Sex-Partys von zwei Unternehmern aus Lille teilgenommen zu haben. Unklar ist, ob Strauss-Kahn wusste, dass es sich bei den Eingeladenen um Prostituierte handelte. Bislang wies er dies zurück. Sollten die Ermittler Hinweise darauf finden, dass Strauss-Kahn doch davon wusste, droht ihm eine Anklage wegen Beihilfe zur Zuhälterei.

bos/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.