Verschärftes Ausländerrecht Massenverhaftungen in Kalifornien

Die Behörden im US-Bundesstaat Kalifornien haben mit der Verhaftung von Hunderten Ausländern Massenproteste und Beschwerden von Menschenrechtsorganisationen ausgelöst. Bei den Festgenommenen soll es sich um bis zu 2000 Geschäftsleute, Studenten und Besucher handeln.


Verhaftungen in Los Angeles: Der 16-jährige Sohn von Gisroo (l.) und Ali Mohajeri (r.), einem US-Staatsbürger, sitzt derzeit in Haft
AP

Verhaftungen in Los Angeles: Der 16-jährige Sohn von Gisroo (l.) und Ali Mohajeri (r.), einem US-Staatsbürger, sitzt derzeit in Haft

Los Angeles - Nach Angaben von Einwanderungsanwälten sollen sich bis zu 2000 Männer, darunter auch Jugendliche, seit Wochenbeginn im Gewahrsam der Einwanderungsbehörde INS befinden. Das US-Justizministerium spricht dagegen von 227 Festnahmen. Wie US-Medien berichteten, protestierten am Mittwoch Tausende iranstämmige US-Bürger gegen die Verhaftungen und angeblich unmenschliche Haftbedingungen.

Im Rahmen der Terrorbekämpfung und verschärfter Einwanderungsbestimmungen mussten sich Männer aus Iran, dem Irak, Libyen, Sudan und Syrien am Montag zur Registrierung bei den Behörden melden. Dabei sollen vor allem ausländische Geschäftsleute, Studenten und Besucher mit abgelaufenen Visa festgenommen worden sein. Nach Angaben ihrer Anwälte hatten viele bereits eine Verlängerung oder eine Arbeitserlaubnis beantragt. Bei den Festgenommenen soll es sich zumeist um Iraner aus dem Großraum Los Angeles handeln.

Aktivisten rechnen in den kommenden Wochen mit weiteren Festnahmen und Auslieferungsverfahren. Bis zum 10. Januar müssen sich die Bürger von weiteren 13 Ländern, darunter Afghanistan, Nordkorea, Somalia und Tunesien, zur Registrierung und Abgabe von Fingerabdrücken melden. Für Männer aus Saudi-Arabien und Pakistan läuft die Frist am 21. Februar ab.



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