Versuchter Mord Flugzeugattentäter von Detroit angeklagt

Umar Farouk Abdulmutallab ist wegen des vereitelten Anschlags auf eine Passagiermaschine angeklagt worden. Er muss sich nun in sechs Punkten vor Gericht verantworten - unter anderem wegen versuchten Mordes und versuchten Gebrauchs einer Massenvernichtungswaffe.

Angeklagter Abdulmutallab: Versuchter Gebrauch einer Massenvernichtungswaffe
REUTERS/ US Marshals Service

Angeklagter Abdulmutallab: Versuchter Gebrauch einer Massenvernichtungswaffe


Detroit - Der mutmaßliche Flugzeugattentäter Umar Farouk Abdulmutallab ist am Mittwoch wegen des versuchten Anschlags auf eine US-Passagiermaschine über Detroit angeklagt worden. Eine Grand Jury (Anklagekammer) entschied, dass sich der 23-jährige Nigerianer in sechs Punkten vor Gericht verantworten soll. Abdulmutallab hatte am ersten Weihnachtstag versucht, auf dem Flug von Amsterdam eine Delta/Northwest-Maschine mit Sprengstoff in die Luft zu jagen.

Die Anklage wurde bei einem Bundesgericht in Detroit eingereicht. Demnach wird Abdulmutallab hauptsächlich versuchter Gebrauch einer Massenvernichtungswaffe und versuchter Mord angelastet. Schon allein der erste Anklagepunkt könnte ihm im Fall eines Schuldspruchs lebenslange Haft einbringen.

Abdulmutallab soll ferner wegen vorsätzlichen Versuchs der Zerstörung eines Flugzeuges, wegen der gezielten Platzierung von Sprengstoff an Bord und wegen Besitzes einer "zerstörerischen Vorrichtung zum Begehen eines Gewaltverbrechens" in zwei Fällen zur Rechenschaft gezogen werden.

"Eine versteckte Bombe bei sich getragen"

Der Angeklagte habe "eine versteckte Bombe bei sich getragen", als er an Bord des Fluges 253 gegangen sei. Diese enthielt unter anderem den hochexplosiven Sprengstoff PETN. "Die Bombe sollte dem Angeklagten ermöglichen, sie zu einem Zeitpunkt seiner Wahl zu zünden und so an Bord des Fluges 253 eine Explosion zu verursachen", heißt es in der Anklageschrift.

Der Prozesstermin steht noch nicht fest. Zunächst stehen eine Reihe von gerichtlichen Anhörungen an, die erste davon voraussichtlich am kommenden Freitag.

Abdulmutallab hatte den Sprengstoff in seiner Unterwäsche versteckt und war von Passagieren bei dem Versuch überwältigt worden, die Bombe zu zünden. An Bord des Flugzeugs waren knapp 300 Menschen.

Der verhinderte Anschlag löste nicht nur in den USA eine Debatte über die Sicherheit im Luftverkehr aus. Allerdings sind die US-Geheimdienste besonders in die Kritik geraten, weil Abdulmutallab ihnen bekannt war. US-Präsident Barack Obama warf den Sicherheitsbehörden deshalb Versagen vor und stellte das bisherige System der Terrorabwehr auf den Prüfstand.

wit/dpa/AFP/AP

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Sapientia, 27.12.2009
1. Dass die Amis beknackt sind,...
ist ja allgemein bekannt. Die Beknacktesten jedoch empfinden es bereits als Auszeichnung in Uniform die dicke Hose bei der Immigration und dergleichen zu geben. Die werden jetzt wieder eine Hochzeit erleben - insofern liegen Sie auch richtig.
archelys, 27.12.2009
2. es stinkt
Zitat von sysopNach dem gescheiterten Attentat auf Flug 253 stellen sich neue Fragen nach den Sichherheitsrichtlinien im Flugverkehr. Müssen strengere Kontrollen eingeführt werden?
Ich halte auch das für eine inszenierte Geschichte, damit "ahnungslose" Rundfunk-,Fernsehen- und Zeitungsredakteure ihren Hörern und Lesern etwas Neues über die "permanente Terrorgefahr" berichten können.
Andreas58 27.12.2009
3. Flüssigsprengstoff
Nach Abgabe aller Flüssigkeiten, kann man sich dann nach dem einchecken alle Flüssigkeiten der Welt über diverse Läden auf jedem Airport beschaffen. Seit dieser Maßnahme kann ich nur noch über das Gelaber feixen. Es ist alles nur ein Fake, ich glaube "denen" kein Wort, weder Vogelgrippe, Afghanistan oder Umweltmärchen.
maan, 27.12.2009
4. Die spinnen, die Amis ...
Zitat von sysopNach dem gescheiterten Attentat auf Flug 253 stellen sich neue Fragen nach den Sichherheitsrichtlinien im Flugverkehr. Müssen strengere Kontrollen eingeführt werden?
Manchmal scheint es, als hielten die Amis den Rest der Welt für ziemlich bekloppt. Tatsächlich frage ich mich, ob nicht zumindest die amerikanische Administration (nicht jeder Ami!) reichlich autistisch und geistig beschränkt agiert. Wem immer, wann immer, das möglich ist, sollte die USA weiträumig umfliegen. Leider kenne ich nicht den Stellenwert des Tourismus in den USA. Wäre ja zumindest ein deutliches Signal, wenn der spürbar zurückginge! Geschäftliche und wissenschaftliche Kontakte lassen sich sicher auch ohne Treffen in den USA pflegen.
Querkopf_9 27.12.2009
5. Während des Anfluges?
Wird den überhaupt nicht mehr vernünftig recherchiert oder wird einfach alles von der schreibenden Zunft übernommen was ihnen vorgesetzt wird? Ich vermisse das "Hinterfragen"! Wieso in aller Welt hat er die Maschine nicht hoch über den Wolken zur Explosion gebracht? Wieso beim Landeanflug? Macht keinen Sinn! Wenn man mal bedenkt welch Meisterstück die Quaida am 11.9 vollbracht hat und was dannach an Dillentatismus geboten wurde komme ich echt ins Grübeln? Spiegel Redakteure scheinbar nicht!
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