Verteidigung Arabische Anwälte setzen sich für Saddam ein

Das Gezerre um Saddams Verteidigung geht los. Eine Gruppe arabischer Rechtsanwälte bereiten sich auf die Verteidigung Saddam Husseins vor. Nach einem Treffen in Kairo forderten sie, die USA sollen den Aufenthaltsort des irakischen Ex-Präsidenten preisgeben und dem Internationalen Roten Kreuz Zugang zu ihm gewähren.


Hamburg - Die Vereinigung arabischer Anwälte hatte Rechtsexperten aus Ägypten, Libanon und Jordanien für den 4. Januar nach Kairo eingeladen, berichtet die Online-Redaktion des arabischen TV-Senders al-Dschasira. Die Anwälte einigten sich darauf: Der irakische Ex-Diktator müsse von den Amerikanern als Kriegsgefangener behandelt werden. Sie forderten auch, Saddams Aufenthaltsort müsse bekannt gegeben werden. Um sicher zu stellen, dass er unter angemessenen Haftbedingungen gefangen gehalten werde, müsse dem Internationalen Roten Kreuz Zugang zu Saddam gewährt werden.

Nach Angaben des Online-Dienstes waren sich die Anwälte auch darin einig, dass Saddam noch immer der verfassungsgemäße Präsident des Irak sei. Die USA hielten ihn somit rechtswidrig fest. Die Vereinigung beschuldigten die Bush-Regierung ferner, mit der Besatzung im Irak internationales Recht zu brechen. Auch sei die Festnahme irakischer Bürger ohne internationalen Haftbefehl illegal.

Hasan Umar, ägyptischer Anwalt für internationales Recht, stuft Saddams Festnahme laut "al-Dschasira.net" gar als "Kidnapping" ein.

Mitte Dezember hatte der französische Staranwalt Jacques Vergès mitgeteilt, Saddam verteidigen zu wollen. Der Jurist, der Slobodan Milosevic, Klaus Barbie und Klaus Croissant zu seinen Mandanten zählte, war von der Familie des ehemaligen irakischen Außenministers Tarik Asis darum gebeten worden.



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