Verzicht Nordkorea sagt historische Eisenbahn-Testfahrten nach Südkorea ab

Es hätte ein historischer Schritt werden sollen: Erstmals seit Ende des Korea-Krieges sollten morgen zwischen Nord- und Südkorea wieder Eisenbahnen fahren. Jetzt sagte Pjönjang die Testfahrten ab. Begründung: "Instabile Verhältnisse" im Nachbarland.


Seoul - Einen Tag vor der geplanten Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Verkehrs auf zwei Bahnlinien nach Südkorea hat Nordkorea dem Vorhaben überraschend eine Absage erteilt. Als Gründe habe Nordkorea am Mittwoch in einem Telegramm das Fehlen militärischer Garantien für die sichere Durchfahrt und "instabile Verhältnisse" in Südkorea genannt, teilte der stellvertretende südkoreanische Vereinigungsminister Shin Eon Sang in Seoul mit. Das Ministerium kritisierte den zweiten Grund als "besonders unverständlich". Die Regierung bedauere Nordkoreas Entscheidung, das Ereignis einseitig zu verschieben.

Eisenbahnlinie zwischen Nord- und Südkorea: "Instabile Verhältnisse"
AP

Eisenbahnlinie zwischen Nord- und Südkorea: "Instabile Verhältnisse"

Auf die Wiederherstellung der Eisenbahnverbindungen durch die stark bewachte entmilitarisierte Zone  hatten sich beide Länder schon vor sechs Jahren geeinigt. Die Öffnung wurde jedoch wegen politischer Spannungen auf der geteilten Halbinsel immer wieder verschoben. Nun hatten Pjöngjang und Seoul am 13. Mai angekündigt, sie hätten sich auf die Inbetriebnahme der Eisenbahnlinien zu Testzwecken geeinigt.

Den Plänen zufolge sollte ein nordkoreanischer Zug etwa hundert Menschen von Kaesong über eine 27 Kilometer lange Neubaustrecke nach Munsan im Süden fahren. In der Gegenrichtung sollten rund hundert Südkoreaner von Donghae an den 25 Kilometer entfernten Kumgang-Berg in Nordkorea reisen. Die Bahnverbindungen zwischen dem stalinistischen Norden und dem Süden waren nach dem Ende des Korea-Krieges (1950 bis 1953) unterbrochen worden. Offiziell befinden sich beide Länder bis heute im Kriegszustand.

phw/AFP/dpa



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