Viele Tote Anschlagserie gegen Polizei in Pakistan

Attentatswelle in Pakistan: Bei einem Selbstmordanschlag in der Nähe einer Polizeistation wurden mindestens zehn Menschen getötet. Extremisten stürmten außerdem drei Gebäude von Sicherheitskräften und nahmen Geiseln. Dabei gab es mindestens 15 Tote.

Pakistanischer Soldat vor einem Gebäude in Lahore: Aufständische stürmten drei Gebäude
AP

Pakistanischer Soldat vor einem Gebäude in Lahore: Aufständische stürmten drei Gebäude


Islamabad - Die Serie von Terrorakten in Pakistan reißt nicht ab. Bei einem Autobombenanschlag auf eine Polizeistation im Nordwesten des Landes kamen am Donnerstag mindestens zehn Menschen ums Leben. Nach Polizeiangaben wurde etwa ein Dutzend Menschen verletzt. Unter den Toten seien Polizisten, aber auch Kinder, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Der Selbstmordattentäter sei mit einem mit Sprengstoff präparierten Auto in die Polizeiwache in einer belebten Straße in Kohat gerast. "Wir befürchten, dass noch einige Polizisten unter den Trümmern liegen", sagte ein Sprecher.

In Lahore an der Grenze zu Indien kam es zu mehreren Schießereien. Mindestens 15 Menschen kamen ums Leben, als schwer bewaffnete Aufständische bei einem koordinierten Angriff drei Einrichtungen der Polizei stürmten. Unter den Toten seien mindestens zehn Polizisten, hieß es. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, gelang es Sicherheitskräften in Lahore, inzwischen zwei der drei angegriffenen Gebäude zu räumen. Im regionalen Hauptquartier der Kriminalpolizei (FIA) seien anschließend die Leichen von vier Sicherheitsbeamten und einem Angreifer entdeckt worden. Bei den Gefechten in einem Ausbildungszentrum für Rekruten seien sechs Polizisten und vier Extremisten getötet worden. Mindestens drei Angreifer hätten sich selbst in die Luft gesprengt.

In einem weiteren Trainingszentrum der Sicherheitskräfte am Stadtrand dauerten die Gefechte an. Es wird befürchtet, dass die Extremisten dort eine unbekannte Zahl von Menschen als Geiseln festhalten. Ein offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

Bei einem Angriff einer mutmaßlichen amerikanischen Drohne im unruhigen Stammesgebiet Nord-Waziristan nahe der Grenze zu Afghanistan sind fünf Menschen ums Leben gekommen. Wie der Fernsehsender GEO TV weiter berichtete, wurden sieben Menschen verletzt. Es seien drei Raketen abgeschossen worden. Die Region gilt als Rückzugsgebiet der radikalislamischen afghanischen Taliban und der Terrororganisation al-Qaida.

Bei Selbstmordanschlägen in Pakistan kamen allein in den vergangenen zwei Wochen mehr als hundert Menschen ums Leben. Die radikal-islamischen Taliban haben die Verantwortung für die meisten Explosionen übernommen und drohen den Streitkräften mit weiteren Gewalttaten, falls sie nach Süd-Waziristan vordringen. Dort bereitet die pakistanische Regierung eine Bodenoffensive in dem Stammesgebiet vor und fliegt seit Tagen Luftangriffe. Viele Zivilisten sind auf der Flucht.

als/dpa/AP/AFP



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