Vietnam Umweltaktivist muss sieben Jahre ins Gefängnis
Nguyen Van Hoa
Foto: Cong Tuong/ APIn Vietnam ist ein Aktivist wegen Berichten über eine Umweltkatastrophe vor der vietnamesischen Küste zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.
Das Gericht in Zentralvietnam sprach in Nguyen Van Hoa schuldig, antistaatliche Propaganda verbreitet zu haben. Außerdem soll Nguyen regierungsfeindliche Inhalte auf Social-Media-Plattformen geteilt haben.
Im April 2016 hatte ein Stahlwerk der taiwanesischen Formosa Plastic Group giftige Dioxine ins Meer geleitet. Auf einer Länge von 200 Kilometern waren anschließend in zentralvietnamesischen Provinzen hunderte Tonnen toter Fische an den Strand gespült worden. Der Zwischenfall traf die Region schwer, das Unternehmen musste 500 Millionen Dollar Strafe zahlen.
Die staatliche Nachrichtenseite Ha Tinh schrieb, der 22-jährige Angeklagte habe Videos und Bilder des Unfalls veröffentlicht und zu Protesten gegen die Regierung aufgerufen.
Das kommunistische Vietnam hatte sich von 30 Jahren für ausländische Investoren geöffnet und gilt als Boomland in der Region. Menschenrechtsgruppen kritisieren die Regierung dafür, freie Meinungsäußerung und friedlichen Protest hart zu betrafen. Die Regierung erklärt stets, man gehe lediglich gegen Kriminelle vor.
Laut der US-amerikanischen Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurden in den vergangenen zwölf Monaten mindestens 28 Menschen auf Basis von vage formulierten nationalen Sicherheitsgesetzen festgenommen. Mehr als 100 Aktivisten säßen derzeit Gefängnisstrafen ab, weil sie für Meinungsfreiheit eingetreten oder religiöse Versammlungen abgehalten haben.