Völkermord in Ruanda Nonnen vor Gericht

In Brüssel hat am Dienstag ein Prozess wegen des Völkermords in Ruanda vor einem Schwurgericht begonnen. Angeklagt sind unter anderen zwei katholische Ordensschwestern.


Hutu-Rebellen-Attacke in Burundi am 28.August 2000
AP

Hutu-Rebellen-Attacke in Burundi am 28.August 2000

Brüssel - Auf der Anklagebank sitzen auch ein ehemaliger ruandischer Minister und ein Universitätsprofessor. Der Gruppe wird vorgeworfen, den Völkermord von 1994 in dem afrikanischen Land mit rund 800.000 Toten vorbereitet, unterstützt oder selbst aktiv daran teilgenommen zu haben.

Die Brüsseler Richter haben knapp 200 Zeugen geladen und wollen ihr Urteil voraussichtlich in etwa sechs Wochen sprechen. Der Prozess ist der erste in Belgien auf der Grundlage eines Gesetzes von 1993, das eine Zuständigkeit belgischer Gerichte für Verletzungen internationalen Rechts festlegt.

Ein Schweizer Gericht hatte im Mai 2000 einen ruandischen Völkermörder wegen Verstoßes gegen die Genfer Kriegsrechtskonvention zu 14 Jahren Haft verurteilt.



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