Rücktrittsbotschaft Von der Leyen verwechselt EU-Institutionen

Es ist ein kleiner, aber peinlicher Fehler: Ausgerechnet am Tag vor der Wahl zur EU-Kommissionspräsidentin verwechselt Ursula von der Leyen den Europäischen Rat mit dem Rat der EU. Der Unterschied ist gar nicht mal so klein.
Ursula von der Leyen: Fehler in der Rücktrittsbotschaft

Ursula von der Leyen: Fehler in der Rücktrittsbotschaft

Foto: OLIVIER HOSLET/EPA-EFE/REX

Mit den EU-Institutionen ist es so eine Sache: Es gibt viele von ihnen, und manche tragen zum Verwechseln ähnliche Namen. Europäischer Rat, Rat der Europäischen Union und Europarat etwa wurden schon von Vielen durcheinandergeworfen - aber wohl selten von jemandem, der kurz davorstand, selbst an die Spitze einer EU-Institution gewählt zu werden.

Genau das ist nun Ursula von der Leyen (CDU) passiert - ausgerechnet am Tag vor der Wahl zur Kommissionspräsidentin im Europaparlament und ausgerechnet in dem Tagesbefehl , in dem sie ihren Rücktritt als Verteidigungsministerin erklärt hat. "Der Rat der Europäischen Union hat mich Anfang Juli als Kandidatin für die Präsidentschaft der EU-Kommission vorgeschlagen", hieß es dort.

Allein: Vorgeschlagen hat von der Leyen der Europäische Rat, das Gremium der EU-Staats- und Regierungschefs. Im Rat der Europäischen Union sitzen dagegen die zuständigen Fachminister der EU-Staaten, weshalb er oft auch einfach nur Ministerrat oder - noch einfacher - Rat genannt wird.

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In den allermeisten Fällen wäre die Verwechselung völlig zu Recht als unbedeutender Flüchtigkeitsfehler durchgegangen. Im Fall von der Leyens aber könnte das anders sein. Seit ihrer Nominierung und ihrenAnhörungen in den EU-Parlamentsfraktionen wird ihr eine eher lückenhafte Detailkenntnis in EU-Fragen nachgesagt. Selbst prominente Parteifreunde wie Manfred Weber (CSU) argwöhnen im kleinen Kreis , dass von der Leyen außerhalb von Verteidigungsfragen nicht allzu sattelfest ist.

Aus Kreisen des Verteidigungsministeriums hieß es, von der Leyen sei sauer darüber, dass niemand den Fehler entdeckt habe - weder vor dem Versand des Schreibens an alle Soldaten, noch vor der Veröffentlichung auf der Internetseite des Verteidigungsministeriums. Man werde die Sache umgehend korrigieren und den Fehler einräumen, hieß es.

In von der Leyens Rücktrittsbotschaft ist der Rat der Europäischen Union inzwischen vom Europäischen Rat abgelöst. Doch einen Hinweis auf die Korrektur sucht man dort vergebens. Ihn lagerte das Verteidigungsministerium stattdessen auf seinen mit gut 2200 Followern eher wenig bekannten Twitter-Account aus.

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mbe