Zehn Jahre Irak-Angriff Was aus den Bush-Kriegern wurde

George W. Bush, Dick Cheney oder Donald Rumsfeld: Sie haben den Irak-Krieg gewollt, geplant, geführt. Zehn Jahre danach sind die Bush-Krieger von der politischen Bühne verschwunden. Was machen sie eigentlich heute?

REUTERS; Getty Images; AP

Von , Washington


Colin Powell konnte es nicht fassen, hielt das schlichtweg für Wahnsinn. Wieder und wieder diskutierten seine neokonservativen Kabinettskollegen einen Angriff auf den Irak und den Sturz des Diktators - ohne konkreten Anlass. Das war in den ersten Monaten der Regierung, vor dem 11. September.

Irgendwann nahm der US-Außenminister Powell seinen Präsidenten beiseite: "Lassen Sie sich da nicht in irgendetwas hineindrängen", bat er George W. Bush, "nicht bevor Sie bereit sind oder glauben, einen echten Grund dafür zu haben." Powell solle sich mal keine Sorgen machen, entgegnete Bush, er habe schließlich keine Eile, sich Ärger einzuhandeln. Tatsächlich aber ließ der Präsident längst für einen Krieg planen. Und die Terroranschläge vom 11. September 2001 waren schließlich der Anlass, eineinhalb Jahre später loszuschlagen.

So beschreibt es der Journalist Bob Woodward in seinem Buch "Plan of Attack". Powell, Bush, die Neokonservativen um Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, dessen Vize Paul Wolfowitz und Vize-Präsident Dick Cheney: Sie stehen für den neunjährigen Krieg, in dessen Verlauf 4422 US-Soldaten und mehr als 100.000 Iraker starben.

Es ist die bittere Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet der kritische Powell als Gesicht dieses Kriegs in Erinnerung bleiben wird. Schließlich war es der Außenminister, der vor der Uno die Beweise für Saddam Husseins angebliche Massenvernichtungswaffen präsentieren musste: Es könne "keinen Zweifel geben", sagte er. Heute nennt Powell diesen Auftritt einen "Schandfleck" in seinem Leben.

Ein solches Eingeständnis machte keiner der anderen Bush-Krieger. Schwer angeschlagen sind ihre Images, sie alle haben in den vergangenen Jahren voluminöse Autobiografien vorgelegt. Es sind Rechtfertigungswälzer: Bush (512 Seiten), Rumsfeld (832 Seiten), Cheney (576 Seiten), die frühere nationale Sicherheitsberaterin und spätere Außenministerin Condoleezza Rice (766 Seiten). Selbstkritik? Fehlanzeige. Cheney und Rumsfeld hängen noch immer militärgestützten Demokratisierungsphantasien an, geben weiterhin die Hardliner. Bush hat sich nach Texas zurückgezogen, wo er seiner Leidenschaft für die Malerei nachgeht und am liebsten Hunde porträtiert.

Was ist aus den Protagonisten des Irak-Abenteuers geworden? Und wie denken sie über ihren Krieg? Klicken Sie sich durch die Galerie, sehen Sie die Bush-Krieger - damals und heute.

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fritzlothar 22.03.2013
1. Sie sollten allesamt....
...in der Hölle schmoren. Kriegsgewinnler, Kriegsverbrecher, Monster. Im Namen der Freiheit? Da lacht sogar Rösler. Im Namen der Gerechtigkeit? Vielleicht ist die Selbstgerechtigkeit gemeint? Na dann....
kf_mailer 22.03.2013
2. 10 Jahre
und der Hauptverantwortliche für diesen auf Lügen basierten Krieg mit über eine Million ermordeten Zivilisten ist immer noch freien Fuß und nicht im Gefängnis oder gar für Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt worden. Es gibt halt keine Gerechtigkeit auf dieser Welt.
cmann 22.03.2013
3. Kein Wunder!
Das Busch und Konsorten aus der Öffentlichkeit verschwunden sind. Es könnte sonst das Kriegsverbrecher Tribunal in Den Haag auf die. Idee kommen aufgrund welcher Basis der zweite Irak Krieg geplant und begonnen wurde! Die Regierung Busch hat mit vollem Wissen gelogen, manipuliert und betrogen. Niemand ist bisher auf die Idee gekommen diese Kriminellen zur Rechenschaft zu ziehen. Weder die Angehörigen der über 4500 getöteten GIs noch die vielen tausend traumatisierten Heimkehrer und schon garnicht die ca. 170.000 getöteten Iraker. Der angerichtete wirtschaftliche Schaden ist eigentlich jenseits jeder normalen Vorstellung. Und die Republikaner: sie tun so als ob die Verantwortlichen (alle Texas Oil Lobbyisten) aus Sorge um den Weltfrieden gehandelt haben.Sie verhindern jegliches Hinterfragen. Amerika hat sich unter der Bush Regierung zu einem Staat ohne öffentliche Moral entwickelt! Da kann Obama soviele "Klimmzüge" machen wie er will, er wird immer an der "Republikaner Maffia" scheitern.
reever_de 22.03.2013
4. Ein Fahndungsplakat!
... für mich sind diese abgebildeten Personen die wahre und wirklich verabscheuungswürdige "Achse des Bösen" in dieser Welt!!!! Alles zusammen eisenharte Reaktionäre, Konservative und neue "Kreuzritter", die Planer und Ausführer eines Angriffskrieges die sich nie wieder in einem demokratischen gewählten Land ausserhalb der USA blicken lassen dürften!
frubi 22.03.2013
5. .
Zitat von kf_mailerund der Hauptverantwortliche für diesen auf Lügen basierten Krieg mit über eine Million ermordeten Zivilisten ist immer noch freien Fuß und nicht im Gefängnis oder gar für Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt worden. Es gibt halt keine Gerechtigkeit auf dieser Welt.
Mir würde es schon reichen, wenn sich Deutschland von der amerikanischen Regierung distanzieren würde. Diese nimmt sich nämlich schon über Jahrzehnte das Recht heraus, eine Sonderstellung in der Welt einzunehmen. Das kann nicht sein. Dem amerikanischen Volk sollten wir freundschaftlich verbunden bleiben aber eben nicht mit der amerikanischen Regierung.
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