Vor Bush-Besuch China weist ausländische Falun-Gong-Leute aus

Die Volksrepublik China hat 42 ausländische Mitglieder der Meditationsbewegung Falun Gong ausgewiesen. Sie hatten auf dem Platz des Himmlischen Friedens gegen die chinesische Regierung demonstriert. Unter den Ausgewiesenen sind fünf Deutsche.


Peking - Außer den fünf Deutschen mussten vier britische und 33 amerikanische Falun-Gong-Anhänger das Land verlassen. Die Deutschen wurden am Freitag in einer Lufthansa-Maschine ausgeflogen. Dies teilte ein Botschaftssprecher mit. Unklarheit herrscht über zwei weitere Deutsche. Wo sie sich zur Zeit aufhalten, ist nicht bekannt. Bereits am Donnerstag wurden die vier festgenommenen Briten nur wenige Stunden nach ihrer Festnahme auf dem Platz des Himmlischen Friedens abgeschoben.

Die chinesischen Behörden erklärten, es seien auch 33 Amerikaner festgenommen und später abgeschoben worden. Es ist unklar, wie zuverlässig die Angaben der Chinesen sind. Anhänger der Falun Gong in Kanada erklärten nämlich, Festgenommene stammten unter anderem aus Österreich, Belgien, Israel und Japan. In einer Erklärung der Falun Gong in New York hieß es, einer der amerikanischen Demonstranten habe von Misshandlungen durch die Polizei berichtet.

Die Demonstrationen in China nehmen rund eine Woche vor dem Besuch von US-Präsident George W. Bush in der Volksrepublik zu. Die jüngste war die bisher größte von ausländischen Falun-Gong-Mitgliedern im Land. Nach Angaben der Bewegung in New York hätten rund 100 Ausländer an dem Protest teilnehmen wollen.

Die Falun-Gong-Bewegung, die sich als traditionelle, auf Elementen des Buddhismus und Taoismus beruhende Bewegung bezeichnet, ist in China seit 1999 verboten. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen werden tausende chinesische Falun-Gong-Anhänger in Arbeitslagern festgehalten.



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