Vor dem Wahlparteitag Hunderte Bush-Gegner festgenommen

Der Wahlparteitag der Republikaner in New York beginnt zwar erst in zwei Tagen. Aber die Polizei ist sichtbar nervös: Sie verhaftete bereits zahlreiche Bush-Gegner - unter ihnen die Teilnehmer einer Fahrraddemonstration.

New York - Mehr als 5000 Radler hatten sich nach offiziellen Angaben an der Demo beteiligt. Sie verlangten im Sprechchor ein Ende der Bush-Regierung und versuchten, mit Autofahrern ins Gespräch zu kommen. 250 Teilnehmer nahm die Polizei am Freitagabend (Ortszeit) fest.

New Yorks stellvertretender Polizeikommissar Paul Browne begründete die Festnahmen mit Ruhestörung und der massiven Verkehrsbehinderung durch die Demonstranten. Sie seien mehrfach gewarnt worden, hätten aber nicht darauf reagiert, erklärte Browne. Dagegen nannten Teilnehmer die Demo friedlich und das Vorgehen der Polizei absolut unnötig.

Bereits am Donnerstag hatte die Polizei 22 Demonstranten beim Protest gegen die regierenden Republikaner abgeführt. Das allein war das Dreifache aller Festnahmen, die die Polizei in Boston während des Parteitages der Demokraten von Bushs Herausforderer John Kerry vorgenommen hatte, berichtete die "New York Times" am Samstag.

Weitere Protestaktionen sind für heute geplant. Die Organisation "Time's Up!" (Die Zeit ist um), die maßgeblich an der Fahrraddemo beteiligt war, wollte sich einer Klingelparade gegen die Bush-Regierung anschließen. Bei dem Marsch rund um Ground Zero soll symbolisch das Ende der Republikaner eingeläutet werden: "Ring Out the Republicans".

Außerdem haben die Radler ihre Teilnahme an der Massendemo mit bis zu 250.000 Menschen am Sonntag durch die Innenstadt von New York zugesagt. Obwohl eine abschließende Kundgebung im Central Park vom republikanischen Bürgermeister Michael Bloomberg und zwei Gerichten verboten wurde, fordert der Dachverband United for Peace and Justice die Demonstanten zum "Privatbesuch" im Park auf. Es wird befürchtet, dass es dabei zur Konfrontation mit Polizisten und zu schweren Ausschreitungen kommen könnte.