Vor G-20-Gipfel Kanadische Polizei nimmt Terrorverdächtigen fest

Wenige Tage vor dem G-20-Gipfel haben Ermittler einen Mann verhaftet, der einen Anschlag im Zentrum von Toronto geplant haben soll. Bei einer Razzia in seinem Haus fanden die Polizisten Waffen, er soll auch Sprengstoff besessen haben.
Polizisten patrouillieren in Toronto: Verdächtiger Mann festgenommen

Polizisten patrouillieren in Toronto: Verdächtiger Mann festgenommen

Foto: MARK BLINCH/ REUTERS

Ottawa - Die Sicherheitsvorkehrungen bei den Gipfeltreffen der G8 und G20 in Kanada sind enorm: Etwa 20.000 Sicherheitskräfte werden am kommenden Wochenende im Einsatz sein, eine gewaltige Summe von 760 Millionen Euro ist für den Schutz der mächtigen Gäste vorgesehen. Denn das Treffen könnte das Ziel von Terroristen sein.

Ein Mann wurde nun festgenommen, der einen Sprengstoffanschlag geplant haben soll. Der 37-Jährige sei bei einer Razzia in einem Haus im Zentrum von Toronto festgenommen worden, teilte die für die Sicherheit des Gipfeltreffens zuständige Polizeieinheit ISU mit. Der Einsatzort sei nur wenige Kilometer vom Veranstaltungsort des G-20-Gipfels am Samstag und Sonntag gewesen.

Dem Verdächtigen wird einem ISU-Sprecher zufolge unter anderem der Besitz von Sprengstoff und Waffen zur Last gelegt. Die Vorwürfe gegen den Verdächtigen seien "sehr ernst". Die Ermittlungen würden fortgesetzt, derzeit bestehe aber keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Der Verdächtige sollte noch am Mittwoch einem Gericht vorgeführt werden. Die Ermittlungen seien Teil der verschärften Sicherheitsvorkehrungen.

Am Freitag und Samstag treffen sich in einem exklusiven Hotel am Ufer eines Sees nahe der Kleinstadt Huntsville die Chefs der G-8-Länder - also der sieben großen Industrienationen und Russlands. Am Samstag und Sonntag soll der Kreis um die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Schwellenländer zum G-20-Gipfel erweitert werden. Weil dafür in der waldumrahmten Ortschaft Huntsville nicht genug Platz ist, verlagert sich das Gipfelspektakel in ein Konferenzzentrum in die mehr als 200 Kilometer entfernte Millionenstadt Toronto.

Doppelter Sicherheitsring um die Tagungsorte

Um beide Tagungsorte haben die Organisatoren einen doppelten zaunbewehrten Sicherheitsring ziehen lassen. Kampfjets werden die Flugverbotszone über den Tagungszentren kontrollieren, Scharfschützen der kanadischen Armee mit Einsatzerfahrung in Afghanistan werden auf umliegenden Dächern Stellung beziehen, die Innenstadt von Toronto wird weitgehend abgeriegelt. Kritiker werfen der kanadischen Regierung vor, sie habe bei der Planung der Gipfel jedes Maß verloren. Für die Ausrichtung sind umgerechnet 130 Millionen Euro veranschlagt.

Zahlreiche globalisierungskritische Gruppen haben für das Wochenende zu Kundgebungen in Toronto aufgerufen. "In der Mitte unserer Stadt bekommen wir nun eine bewaffnete Festung, wie ich sie noch nie gesehen habe", kritisiert Sid Ryan vom Gewerkschaftsbund der Provinz Ontario, der zu Demonstrationen aufruft.

kgp/AFP/apn
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