Vorwahl der US-Republikaner Huntsman gibt Rennen um Präsidentschaftskandidatur auf

Der einzige Moderate im Rennen der Republikaner um die Präsidentschaftskandidatur hat aufgegeben. Jon Huntsman enttäuschte bei der Vorwahl in New Hampshire, in seiner Kasse herrscht Ebbe - künftig will der Außenpolitik-Experte einen ehemaligen Konkurrenten unterstützen.

AP

Washington - Jon Huntsman galt im Getöse des US-Vorwahlkampfs als Stimme der Vernunft - und damit als Sonderling. Dass er lieber mit Expertisen zur Außenpolitik, statt mit markigen Sprüchen überzeugt, könnte ihn nun die Kandidatur gekostet haben. Der frühere Gouverneur des US-Bundesstaates Utah, wird aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner aussteigen.

Wie mehrere US-Sender und Zeitungen am späten Sonntagabend (Ortszeit) unter Berufung auf Mitglieder des Wahlkampfteams berichteten, wolle der 51-Jährige seine Entscheidung am Montag in Myrtle Beach im US-Bundesstaat South Carolina mitteilen. Huntsman, der zuletzt Botschafter der USA in China war, werde künftig Mitt Romney bei dessen Bewerbung unterstützen, hieß es weiter.

Huntsmans Wahlkampfmanager bestätigte die Entscheidung nach einem Bericht der "New York Times". "Der (frühere) Gouverneur und seine Familie haben entschieden, dass es in dieser Phase des Rennens für die Republikaner an der Zeit ist, sich um einen Kandidaten zu scharen, der Barack Obama schlagen und die Wende in der Wirtschaft schaffen kann", sagte Matt David. Und dieser Kandidat sei Romney. Huntsman sei "stolz auf das Rennen, das er gelaufen ist" so Kampagnensprecher Tim Miller.

Huntsman war in der vergangenen Woche bei den Vorwahlen in New Hampshire hinter Romney und dem Kongressabgeordneten Ron Paul aus Texas nur auf dem dritten Platz gelandet. Der "New York Times" zufolge war damit der erhoffte Schub für seine Kampagne ausgeblieben, auch in finanzieller Hinsicht.

Stärker als der Multimillionär Romney ist Huntsman auf Spenden angewiesen, um den enorm teuren Wahlkampf zu finanzieren. Für die nächsten Stationen - South Carolina, Florida und Nevada - rechnete er offenbar nicht mehr damit, eine überzeugende Kampagne finanzieren zu können. Huntsmans Vater, der Chemie-Magnat Jon Huntsman Sr., ist zwar Multimilliardär. Doch die zwei haben, wie die "New York Times" formuliert, "eine komplizierte Dynamik", und der Senior unterstützt den Junior nur indirekt.

Romney mit besten Chancen in South Carolina

In den vergangenen Tagen habe Huntsman, der unter den republikanischen Kandidaten als moderat gilt, nach Angaben von Vertrauten seine weiteren Aussichten abgewogen. Dabei sei er zu dem Schluss gekommen, dass es unwahrscheinlich sei, Romney in der Gunst der Wähler noch schlagen zu können, hieß es.

Der Wirtschaftsfachmann Romney gilt nach Siegen bei den Vorwahlen in Iowa und New Hampshire auch nach landesweiten Umfragen als aussichtsreichster Anwärter auf den Posten des republikanischen Herausforderers von Amtsinhaber Barack Obama bei den Wahlen im November. Auch bei den nächsten Vorwahlen seiner Partei in South Carolina (21. Januar) und in Florida (31. Januar) hat er gute Chancen, als Sieger durchs Ziel zu gehen.

jok/dpa/Reuters

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shokaku 16.01.2012
1. Hier könnte ein Titel stehen
10 kleine Kandidatenlein... Wenn sich jetzt noch die konservative Ecke (Gingrich/Perry/Santorum) auf einen Kandidaten einigen könnte, so würden die Vorwahlen auch mal tatsächlich so etwas wie Aussagekraft bekommen.
widower+2 16.01.2012
2. Was übrig bleibt
Zitat von sysopBei den Wahlen in New Hampshire hatte er enttäuscht, in seiner Wahlkampfkasse herrscht Ebbe - nun zieht Jon Huntsman die Konsequenz. Der Experte für Außenpolitik gibt den Kampf um die Kandidatur für die US-Republikaner auf. Künftig will er einen ehemaligen Konkurrenten unterstützen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,809245,00.html
ist eine Ansammlung von Komikern mit Ansichten, die seit der Aufklärung eigentlich kein gebildeter Mensch mehr vertreten kann. Armes Amerika!
roland.vanhelven 16.01.2012
3. na endlich
Zitat von sysopBei den Wahlen in New Hampshire hatte er enttäuscht, in seiner Wahlkampfkasse herrscht Ebbe - nun zieht Jon Huntsman die Konsequenz. Der Experte für Außenpolitik gibt den Kampf um die Kandidatur für die US-Republikaner auf. Künftig will er einen ehemaligen Konkurrenten unterstützen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,809245,00.html
ist ja super, dass die medien trotz der fingierten auszaehlungen jetzt zugeben muessen, das der als wirrer aussenseiter bezeichnete Ron Paul doch nicht chancenlos ist...
CA-Fire 16.01.2012
4. Der einzige besonnene
Zitat von sysopBei den Wahlen in New Hampshire hatte er enttäuscht, in seiner Wahlkampfkasse herrscht Ebbe - nun zieht Jon Huntsman die Konsequenz. Der Experte für Außenpolitik gibt den Kampf um die Kandidatur für die US-Republikaner auf. Künftig will er einen ehemaligen Konkurrenten unterstützen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,809245,00.html
Kandidat der Republikaner aus meiner Sicht, muss das Handtuch werfen. Ich bin ein Unterstützer von Jon Huntsman und bedauere dessen Entscheidung sehr. Die fehlende finanzielle Unterstützung macht diesen Schritt jedoch leider notwendig.
cosmo72 16.01.2012
5. Na da
Zitat von roland.vanhelvenist ja super, dass die medien trotz der fingierten auszaehlungen jetzt zugeben muessen, das der als wirrer aussenseiter bezeichnete Ron Paul doch nicht chancenlos ist...
Na da ist doch so eine GlobalisiererMarionette und "pseudo Alternative" ausgestiegen - rührendes Bild im Spon! Aber es sind ja noch Bilderberger z.B. Perry im Rennen, Gingrich macht eh das was die gemeinsamen Chefs von ihm und Hillary/Obama diktieren ... Ein übler Spuk diese inszenierten Kandidaten ....
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