Vorwahlen in Florida McCain und Romney Kopf an Kopf - Giuliani am Ende

Es könnte spannender kaum sein: Die beiden Republikaner Mitt Romney und John McCain liefern sich im US-Bundesstaat Florida ein Kopf-an-Kopf-Rennen im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur. Kontrahent Giuliani hat alles auf eine Karte gesetzt - und verloren.


Miami - Bei der mit Spannung erwarteten Vorwahl der Republikaner in Florida zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Senator John McCain und dem Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, ab.

Nach Auszählung von 54 Prozent der Stimmen liegt McCain mit 36 Prozent vor Romney mit 32 Prozent. Der Gewinner bekommt 57 Delegiertenstimmen für die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten - die höchste Anzahl aller Vorwahlen der Republikaner bisher.

Der Sieger in Florida bringt sich in eine optimale Ausgangsposition für den "Super Tuesday" in der kommenden Woche. Bei den dann anstehenden Vorwahlen und Wählerversammlungen in mehr als 20 US-Bundesstaaten ist bereits eine Vorentscheidung möglich. Dann stehen 1023 Delegiertenstimmen auf dem Spiel - für eine Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten auf dem Parteitag im Sommer sind 1191 Stimmen nötig. Bisher hatte Romney 59 Stimmen gesammelt, McCain 36, Huckabee 40 und Giuliani eine.

Kontrahenten Romney, McCain: Kopf an Kopf im Wettkampf um die Präsidentschaftskandidatur
REUTERS

Kontrahenten Romney, McCain: Kopf an Kopf im Wettkampf um die Präsidentschaftskandidatur

Umfragen zufolge profitiert McCain von der Zustimmung gemäßigter Republikaner, Latinos und älterer Wähler. Romney hingegen punktete bei Menschen, die sich gegen Abtreibung und einfachere Einbürgerung illegaler Einwanderer aussprechen. Als wichtigste Themen nannten die Befragten die Entwicklung der Wirtschaft (fast 50 Prozent), den Kampf gegen den Terror, den Irak-Krieg und den Bereich Immigration. Mehr als die Hälfte der Wähler in Florida, das als Rentnerstaat bekannt ist, ist den Angaben zufolge älter als 65 Jahre.

Romney und McCain hatten sich in der vergangenen Woche einen harten Schlagabtausch geliefert. Romney hatte seine Erfahrungen als Manager in Zeiten drohender Rezession geltend gemacht. McCain dagegen hatte erwidert, sein ökonomisches Wissen sei bestens, zudem sei er durch seine militärische Karriere und seine Laufbahn im Kongress geeignet, das Land in Zeiten des Terrors zu führen.

Der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, der nach seinem bisherigen schlechten Abschneiden bei den Abstimmungen über den republikanischen Präsidentschaftskandidaten dringend einen Sieg benötigt, kam auf nur 15 Prozent. Er hatte seinen Wahlkampf auf Florida konzentriert. Diese Strategie hatten Experten stets als hochriskant kritisiert.

Der einstige Baptistenprediger Mike Huckabee kommt bislang auf 13 Prozent. Er hatte die Vorwahl in Iowa überraschend gewonnen, seinen Erfolg aber in weiteren Staaten nicht wiederholen können. Der vierte Bewerber, Ron Paul, liegt bei drei Prozent.

Bei den Demokraten hat die Entscheidung keinen Einfluss auf den Prozess der Kandidatenfindung. Zwar gewann hier Senatorin Hillary Clinton das Rennen. Sie liegt nach Auszählung von 50 Prozent der Stimmen bei 51 Prozent, während Kontrahent Barack Obama 31 Prozent erhielt. Auf John Edwards entfallen 15 Prozent.

Delegiertenstimmen bekommt Clinton dafür allerdings nicht. Die Parteiführung hatte Florida alle Stimmen gestrichen, weil sich die dortige Demokratische Partei über die Anordnung hinweggesetzt hatte, die Vorwahl frühestens am 5. Februar anzusetzen. Daraufhin verpflichteten sich alle demokratischen Bewerber, in Florida auf jeglichen Wahlkampf zu verzichten. Zu Beginn der Woche hatte sich der einflussreiche Senator Edward Kennedy noch offiziell hinter Clintons schärfsten Konkurrenten gestellt, Barack Obama.

Vor jubelnden Anhängern in der Stadt Davie dankte Hillary Clinton ihren Wählern. Auch wenn die Delegiertenstimmen in Florida nicht gezählt würden, sei das Votum aus dem Bundesstaat extrem wichtig. "Ich nehme eure Stimmen mit, eure Sorgen, eure Hoffnungen und Träume", rief sie den Zuhörern zu. "Amerika ist zurück, und wir nehmen unser Schicksal wieder selbst in die Hand."

ffr/AP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.