Vorwahlen in Iowa So funktioniert der Caucus

Alles blickt nach Iowa: Bei den ersten parteiinternen Abstimmungen zur US-Präsidentschaftswahl deutet sich bei Demokraten und Republikanern ein knappes Rennen an. Der eher unbedeutende Agrarstaat gibt den Startschuss ins Wahljahr - und stimmt nach einer urwüchsigen Methode über die Kandidaten ab.


In der Regel nur alle vier Jahre schafft Iowa den Sprung in die Schlagzeilen: Hier beginnen seit 1972 traditionell die Vorwahlen der Parteien zur Nominierung ihrer Präsidentschaftskandidaten - was dem Staat in Wahljahren ein unverhältnismäßig großes politisches Gewicht verleiht.

Wahlkampf voller Mühsal: Barack Obama auf dem Weg zu seinem Tour-Bus im Städtchen Dubuque in Iowa
REUTERS

Wahlkampf voller Mühsal: Barack Obama auf dem Weg zu seinem Tour-Bus im Städtchen Dubuque in Iowa

Nur 2,9 Millionen Menschen leben in Iowa, weniger als ein Prozent der US-Bevölkerung. Die abgelegene Region im Herzen Amerikas ist in keiner Hinsicht repräsentativ für den Vielvölkerstaat USA: 95 Prozent der Einwohner sind Weiße, mehr als ein Viertel stammt von deutschen Auswanderern ab. Deutsche Orts- und Familiennamen sind überall präsent.

Kritiker bemängeln seit langem, dass Iowa seinen großen Einfluss auf die Kandidaten-Auslese nicht verdiene, weil es nicht einmal annähernd die Bevölkerung und die Wirtschaft der Gesamt-USA widerspiegele. Der Staat hält aber zäh an seiner Vorreiterrolle fest: Versuche anderer Staaten, ihm diese Rolle zu nehmen, konterte Iowa kürzlich mit dem Vorziehen seiner Abstimmung auf den 3. Januar. Wenn es um Wahlen geht, will Iowa unter den 50 US-Bundesstaaten unbedingt der erste bleiben.



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