Vorwurf des Staatsanwalts Berlusconi soll 13-mal für Sex mit "Ruby" gezahlt haben

Pikante Details aus der Prozessakte gegen Silvio Berlusconi: Laut Staatsanwaltschaft entlohnte Italiens Ministerpräsident eine minderjährige Gespielin für sexuelle Dienste - mehr als ein dutzend Mal. Dazu schildert das Dokument den genauen Ablauf der ausschweifenden Partys.
Italiens Ministerpräsident Berlusconi: Schwere Vorwürfe der Staatsanwaltschaft

Italiens Ministerpräsident Berlusconi: Schwere Vorwürfe der Staatsanwaltschaft

Foto: Antonio Calanni/ AP

Silvio Berlusconi

Rom - Im Prozess gegen den italienischen Ministerpräsidenten hat die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe erhoben. Laut den Prozesspapieren hatte der Politiker mehrfach Sex mit der damals minderjährigen Marokkanerin "Ruby". Berlusconi habe die Jugendliche 13 Mal für intime Treffen bezahlt, heißt es in Unterlagen, die der Nachrichtenagentur AP am Dienstag vorlagen.

Das siebenseitige Dokument bezieht sich auf Ermittlungen gegen drei Vertraute, die dem Regierungschef Prostituierte zugeführt haben sollen.

Die Partyabende in einer Villa in der Nähe von Mailand seien nach dem immer gleichen Schema abgelaufen: Auf ein Abendessen folgten erotische Tanzeinlagen der jungen Mädchen, so die Dokumente. Danach habe sich Berlusconi "ein oder mehrere Mädchen ausgesucht, mit denen er die Nacht verbrachte." Diese Mädchen hätten mehr Geld erhalten als die anderen Tänzerinnen, heißt es in dem Bericht weiter

Sowohl Berlusconi als auch die inzwischen volljährige "Ruby" haben Berichte zurückgewiesen, sie hätten miteinander Sex gehabt. Der 74-Jährige muss sich wegen der Affäre am 6. April vor Gericht verantworten. In den Unterlagen der Staatsanwaltschaft wird zum Abschluss von Ermittlungen eine Anklage auch gegen die drei Berlusconi-Vertrauten empfohlen.

Dem Staatschef drohen bis zu zwölf Jahre Haft

Die Anschuldigungen gegen hat Berlusconi im Vorfeld des Prozesses immer wieder als haltlos zurückgewiesen und das Verfahren als Farce bezeichnet. Der Justiz warf er "subversive Absichten" vor. Die Ermittlungen gegen ihn seien lediglich ein "Vorwand", um ihn aus dem Amt zu jagen.

In den vergangenen Jahren war der italienische Regierungschef schon mehrfach in Konflikt mit der Justiz geraten. Der aktuelle Fall ist jedoch der erste, in dem es um sein Privatleben geht. Im Fall einer Verurteilung wegen Umgangs mit einer minderjährigen Prostituierten drohen ihm bis zu drei Jahre Haft. Gefährlicher für Berlusconi ist nach Ansicht von Beobachtern jedoch der Vorwurf des Amtsmissbrauchs, der mit bis zu zwölf Jahren Gefängnis bestraft werden kann.

jok/AP/dpa/AFP
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