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28. Oktober 2013, 11:18 Uhr

Spähskandal

Das Spionagenest am Brandenburger Tor

Eine Spezialeinheit von CIA- und NSA-Leuten spioniert nach SPIEGEL-Informationen das Berliner Regierungsviertel aus. Recherchen legen nahe, dass ein Abhörzentrum auf dem Dach der US-Botschaft betrieben wird. Infrarot-Aufnahmen liefern weitere Hinweise auf das Spionagenest.

Berlin - Wie aus internen Dokumenten der NSA hervorgeht, operiert in Berlin eine Eliteeinheit namens "Special Collection Service" (SCS), in der die US-Geheimdienste CIA und NSA zusammenarbeiten. Diese Einheit könnte bei der möglichen Überwachung des Handys von Kanzlerin Angela Merkel eine zentrale Rolle gespielt haben. Die Einheit kann Mikro- und Millimeterwellen, Mobilfunk und W-Lan-Netze abfangen, sowie Zielpersonen orten. Das berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe.

Die Informationen des SPIEGEL und Einschätzungen von Experten legen nahe, dass die Einheit auf dem Dach der US-Botschaft operiert haben könnte, im Herzen Berlins, gleich neben dem Brandenburger Tor, mit Blick auf den Bundestag und Kanzleramt.

Der SPIEGEL hat unter anderem den britischen Enthüllungsjournalisten Duncan Campbell die US-Botschaft begutachten lassen. Er verweist auf fensterartige Einbuchtungen auf dem Dach des Gebäudes, deren "dielektrisches Material" selbst für schwache Signale durchlässig sei und in der Optik des umliegenden Mauerwerks verblendet. Campbell kommt zu dem Schluss, dass sich hinter der Sichtblende die Abhörtechnik befinde.

NSA-Experte James Bradford, der die Bauten vom gegenüberliegenden Hauptstadtbüro des SPIEGEL begutachtete, kommt zu dem Schluss, dass die "Abdeckung aus dem gleichen Material zu sein scheint, mit dem die Dienste auch größere Anlagen abschirmen".

Wärmebilder liefern weitere Hinweise darauf, dass sich an den fraglichen Stellen in der Botschaft tatsächlich eine Abhörstation befindet. Sie zeigen, dass die Bereiche deutlich wärmer sind als andere Gebäudeteile. Sehen Sie hier die Bilder:

fab

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