Waffen-Deal Israel kauft 20 Tarnkappenkampfjets in den USA

Bedeutendes Waffengeschäft zwischen Israel und den USA: Die Regierung in Jerusalem kauft 20 Kampfjets, die vom Radar kaum zu erfassen sind und so unbemerkt bis in den Iran fliegen könnten. Sie sieht darin auch eine veränderte Machtbalance im Nahen Osten.
Kampfjet vom Typ F-35 im Mai 2010 in Kalifornien: Neue Machtbalance im Nahen Osten

Kampfjet vom Typ F-35 im Mai 2010 in Kalifornien: Neue Machtbalance im Nahen Osten

Foto: REUTERS/ Lockheed Martin

Israel

USA

New York/Tel Aviv - Dieser Waffendeal sorgt im Nahen Osten für Aufsehen: kauft in den 20 Tarnkappenkampfflugzeuge. Das Rüstungsgeschäft wurde im israelischen Konsulat in New York unterzeichnet und hat ein Volumen von rund 2,25 Milliarden Dollar, teilte der israelische Botschafter Michael Oren mit.

Iran

Die Kampfjets vom Typ F-35 könnten dank ihrer Tarneigenschaften unentdeckt bis fliegen. Die dortige Regierung steht im Verdacht, im Rahmen seines Nuklearprogramms Atombomben bauen zu wollen und hat sich wiederholt Israel-feindlich geäußert.

Der Generaldirektor im israelischen Verteidigungsministerium, Ehud Schani, erklärte, die Kampfjets für sein Land veränderten die Machtbalance im Nahen Osten, da Israel künftig über die modernsten und höchstentwickelten Kampfflugzeuge in der Region verfüge. Das Geschäft stelle ein "historisches Ereignis" dar und bedeute eine "neue Ära" für die Militärmacht Israel. Das Land könne so Herausforderungen in der Nähe und auch weiterer Entfernung begegnen, sagte Shani nach Angaben der Zeitung "Haaretz". Botschafter Oren erklärte, Israel könne sich mit den Flugzeugen gegen jede Bedrohung aus der Region selbst verteidigen.

Die Flugzeuge sollen zwischen 2015 und 2017 ausgeliefert werden. Israel habe eine Option für weitere 75 Maschinen desselben Typs, berichteten israelische Medien.

Bei der Maschine vom Typ F-35 des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin handelt es sich um ein Mehrzweck-Kampfflugzeug, das auch über Tarnkappen-Technologie verfügt. Ein Jet kostet rund 100 Millionen Dollar.

Erst im vergangenen Monat hatte Washington Pläne für Rüstungsverkäufe an Saudi-Arabien in einem Umfang von 60 Milliarden Dollar bekanntgegeben. Darunter sind auch 84 Kampfjets des etwas weniger weit entwickelten Typs F-15. Mit den Deals reagiert Washington nach eigenen Angaben auf die wachsende Bedrohung der Region durch das iranische Raketen- und Atomprogramm.

mmq/dpa/dapd/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.