Waffeninspekteure Bush droht Saddam


Washington - US-Präsident George W. Bush hat den Irak am Montag aufgefordert, wieder Uno-Waffeninspekteure ins Land zu lassen. Gleichzeitig warnte Bush den irakischen Staatschef Saddam Hussein nachdrücklich davor, Terror durch Massenvernichtungswaffen zu verbreiten. Er erweiterte seine Warnung auch auf Nordkorea. Pjöngjang sollte ebenfalls eine Überprüfung erlauben, ob es Massenvernichtungswaffen herstelle.

Politische Beobachter werteten die Äußerung als bisher deutlichsten Hinweis darauf, dass der Irak nach Afghanistan in einer "zweiten Phase" das nächste Ziel des amerikanischen Anti-Terror-Krieges sein könnte. Bushs Sprecher Ari Fleischer betonte demgegenüber, es handele sich um nicht mehr als die "Bestätigung und Wiederholung einer seit langem geltenden amerikanischen Politik". Der Irak und Nordkorea stünden seit Jahren auf der Liste des US-Außenministeriums als Staaten, die Massenvernichtungswaffen besitzen oder entwickeln und den internationalen Terrorismus fördern.

"Um der Welt zu beweisen, dass er keine Massenvernichtungswaffen entwickelt, sollte Saddam Hussein die Inspekteure zurückkehren lassen", sagte Bush vor Journalisten. Auf die Frage nach Konsequenzen im Fall einer Weigerung antwortete der Präsident: "Das wird er (Saddam) herausfinden." Er bekräftigte seine Botschaft: "Wer einen Terroristen beherbergt, der ist selbst ein Terrorist, wer einen Terroristen mit Nahrung versorgt, ist ein Terrorist, wer Massenvernichtungswaffen zur Terrorisierung der Welt herstellt, wird zur Rechenschaft gezogen werden."



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