Waffenkontrolle Sicherheitsrat erhöht Druck auf Saddam

Der Weltsicherheitsrat hat die Einladung des irakischen Diktators Saddam Hussein, den Chefinspekteur der Uno zu Gesprächen nach Bagdad kommen zu lassen, abgelehnt. Hussein schwört derweil sein Volk auf einen Krieg ein.

New York - Die Uno scheint sich auf keine Kompromisse einzulassen. Der Irak muss sich an längst getroffene Vereinbarung halten. Uno-Generalsekretär Kofi Annan will nun an die Regierung in Bagdad schreiben und wissen, ob der Irak die Bedingungen der Vereinten Nationen für eine Wiederaufnahme der Waffeninspektionen akzeptieren will. In diesem Fall könne die Einladung an Hans Blix, dem Chef-Waffeninspekteur der Uno "in einem anderen Licht" betrachtet werden.

Nach Auskunft Annans stimmen zwar alle Mitglieder des Rates darin überein, dass wir alles getan werden muss, damit die Inspekteure in den Irak gelassen werden. "Wenn der Irak dafür offen sein sollte, gäbe es eine praktische Basis voran zu kommen." Bisher erfüllt der Irak diese Bedingung nach Ansicht des Weltsicherheitsrates offenbar nicht. Das Gremium ist der Meinung, dass das von Iraks Außenminister Nadschi Sabri in der Einladung angeregte Vorgehen der 1999 vom Weltsicherheitsrat festgelegten Verfahrensweise widerspreche.

Die Uno fordert nach wie vor, dass eine Delegation in den Irak reisen und vor Ort feststellen muss, welche Fragen über die früheren chemischen, biologischen, atomaren und Raketenprogramme des Iraks noch offen sind. Eine Liste darüber muss dem Sicherheitsrat innerhalb von 60 Tagen vorgelegt werden.

Hussein trommelt

Der irakische Präsident stimmt sein Volk auf einen möglichen Krieg ein. Die führenden Generäle des Landes wies er an, sich auf einen Kampf gegen die USA vorzubereiten. Es gelte, einen "(technisch) fortgeschrittenen Feind" zu bekämpfen, sagte er nach Angaben des irakischen Fernsehens vom Montagabend. "Ihr habt das Potenzial einen finsteren Feind zu bekämpfen, der vom Teufel verführt wurde, den Kampf gegen Euch fortzusetzen", wurde Hussein im Fernsehen zitiert.

Auch ägyptische Medien berichten von Saddams Stimmungsmache. Die ägyptische Nachrichtenagentur Mena berichtet, der irakische Staatschef habe eine nicht bekannt gegebene Zahl Gefangener amnestiert, die im Falle einer Mobilmachung in den Krieg geschickt werden könnten. Irakische Medien melden, Zehntausende Iraker hätten am Montag in Bagdad für Saddam und die "Niederlage der amerikanischen und britischen Angreifer" demonstriert.

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