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12. Juli 2019, 14:32 Uhr

Wegen Waffenlieferungen an Taiwan

China kündigt Sanktionen gegen US-Unternehmen an

Die USA wollen Waffen im Wert von 2,2 Milliarden Dollar an Taiwan liefern. China wertet das als "ernste Verletzung" der Vereinbarungen mit den USA und will beteiligte Firmen sanktionieren.

Trotz Kritik aus China haben die USA und Taiwan kürzlich ein Milliarden-Rüstungsgeschäft abgeschlossen: US-Rüstungsfirmen wollen dem asiatischen Inselstaat Panzer und Raketen im Wert von insgesamt etwa 2,2 Milliarden Dollar liefern. Jetzt reagiert China: Es sei eine "ernste Verletzung" der Vereinbarungen zwischen China und den USA und untergrabe die Souveränität und nationale Sicherheit Chinas. "Um die nationalen Interessen zu schützen, wird China Sanktionen gegen die US-Firmen verhängen, die in die Waffenverkäufe mit Taiwan verwickelt sind", hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums.

Taiwans Präsidentin provoziert China

Die Regierung in Peking betrachtet die Insel Taiwan als abtrünnige Provinz, die eines Tages wieder mit dem Festland vereinigt werden soll. Der Streit um den Status Taiwans geht auf den Bürgerkrieg in China zurück, als die Truppen der nationalchinesischen Kuomintang nach ihrer Niederlage gegen die Kommunisten Maos 1949 nach Taiwan geflüchtet waren. Mehrere Staaten in der Pazifikregion fühlen sich zudem von Chinas wachsendem Einfluss bedroht.

Zuletzt war Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen in die USA gereist. Da die USA keine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan haben, ist der Besuch, der zurzeit noch andauert, inoffiziell. China fühlt sich provoziert: Die USA sollten den Aufenthalt der Taiwanerin in ihrem Land untersagen, hatte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums verlangt.

mfh/dpa

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