Wegen Waffenlieferungen an Taiwan China kündigt Sanktionen gegen US-Unternehmen an

Die USA wollen Waffen im Wert von 2,2 Milliarden Dollar an Taiwan liefern. China wertet das als "ernste Verletzung" der Vereinbarungen mit den USA und will beteiligte Firmen sanktionieren.

Chinas President Xi Jinping
AFP

Chinas President Xi Jinping


Trotz Kritik aus China haben die USA und Taiwan kürzlich ein Milliarden-Rüstungsgeschäft abgeschlossen: US-Rüstungsfirmen wollen dem asiatischen Inselstaat Panzer und Raketen im Wert von insgesamt etwa 2,2 Milliarden Dollar liefern. Jetzt reagiert China: Es sei eine "ernste Verletzung" der Vereinbarungen zwischen China und den USA und untergrabe die Souveränität und nationale Sicherheit Chinas. "Um die nationalen Interessen zu schützen, wird China Sanktionen gegen die US-Firmen verhängen, die in die Waffenverkäufe mit Taiwan verwickelt sind", hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums.

Taiwans Präsidentin provoziert China

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen ist zu Besuch in New York - eine Provokation für China
REUTERS/

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen ist zu Besuch in New York - eine Provokation für China

Die Regierung in Peking betrachtet die Insel Taiwan als abtrünnige Provinz, die eines Tages wieder mit dem Festland vereinigt werden soll. Der Streit um den Status Taiwans geht auf den Bürgerkrieg in China zurück, als die Truppen der nationalchinesischen Kuomintang nach ihrer Niederlage gegen die Kommunisten Maos 1949 nach Taiwan geflüchtet waren. Mehrere Staaten in der Pazifikregion fühlen sich zudem von Chinas wachsendem Einfluss bedroht.

Zuletzt war Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen in die USA gereist. Da die USA keine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan haben, ist der Besuch, der zurzeit noch andauert, inoffiziell. China fühlt sich provoziert: Die USA sollten den Aufenthalt der Taiwanerin in ihrem Land untersagen, hatte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums verlangt.

mfh/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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MichaelundNilma 12.07.2019
1. Warum so Dünnhäutig ?
Chinas Führung hat sich auf die Fahnen geschrieben, fremdes Territorium inklusive der den Philippinen vorgelagerten Spratlyinseln als eigenes Staatsgebiet zu betrachten. Die VR China erhebt Anspruch auf 80 Prozent des Südchinesische Meeres. China rechtfertigt dies mit der Existenz tausender kleiner Inseln, die seit dem 2. Jahrhundert traditionell Bestandteil des chinesischen Territoriums seien. Auslöser der Konflikte sind das Interesse an Rohstoffvorkommen und reichen Fischgründen in den Seegebieten des Südchinesischen und Gelben Meeres. Die territorialen Grenzen zwischen den Anrainernstaaten sind in vielen Fällen nicht geklärt. Taiwan sicherte sich gegenüber Japan 1952 im Vertrag von Taipeh den Anspruch auf die Insel Taiping Dao. Diese größte aller Spratly-Inseln befindet sich im nördlichen Zentralbereich und wird von 600 Soldaten bevölkert (Wikipedia). D.h. ob China gegenüber Taiwan einen territorialen Anspruch hat, wurde nie geklärt und entspricht dem gleichen Muster nach dem China viele Inseln im Südchinesischen Meer einfach militärisch besetzt hat. Das hochgerüstete demokratische Taiwan zu besetzen, ist auch für China hoch riskant. Deswegen wohl der Verweis, daß durch den Waffenverkauf Chinas Souveränität und Sicherheit bedroht seien. China behauptet tatsächlich allen Ernstes, sich von Taiwan bedroht zu fühlen.
p.i.s.a. 12.07.2019
2. Sieht mir ...
... nach Machart "Kuba-Krise" nur mit umgekehrten Vorzeichen aus. Da rüstet die USA einen Chinesischen (drittes Feindbild) Anrainerstaat mit Waffen aller Art aus (womöglich auch Angriffswaffen und ... bewahre uns, atomar bestückt) und provoziert dabei billigend die gleiche Reaktion wie damals. Will der POTUS wirklich einen Krieg an allen Fronten, den er nicht gewinnen kann?? Aber für diesen Fall, hat er ja noch den roten Knopf. Sofort von diesem Kriegstreiber distanzieren!!
Tolotos 12.07.2019
3. Grundsätzlich halte ich die Lieferungen an Taiwan für richtig.
Schließlich ist es China, das Taiwan bedroht. Aber die Chinesen machen nichts anderes, als die USA. Die nehmen sich ja auch das Recht heraus, ausländische Firmen abzustrafen, wenn diese sich nicht an US-Embargos halten.
aliof 12.07.2019
4. Die Bedrohungslage für das zukünftig Superstarke China
Zitat von MichaelundNilmaChinas Führung hat sich auf die Fahnen geschrieben, fremdes Territorium inklusive der den Philippinen vorgelagerten Spratlyinseln als eigenes Staatsgebiet zu betrachten. Die VR China erhebt Anspruch auf 80 Prozent des Südchinesische Meeres. China rechtfertigt dies mit der Existenz tausender kleiner Inseln, die seit dem 2. Jahrhundert traditionell Bestandteil des chinesischen Territoriums seien. Auslöser der Konflikte sind das Interesse an Rohstoffvorkommen und reichen Fischgründen in den Seegebieten des Südchinesischen und Gelben Meeres. Die territorialen Grenzen zwischen den Anrainernstaaten sind in vielen Fällen nicht geklärt. Taiwan sicherte sich gegenüber Japan 1952 im Vertrag von Taipeh den Anspruch auf die Insel Taiping Dao. Diese größte aller Spratly-Inseln befindet sich im nördlichen Zentralbereich und wird von 600 Soldaten bevölkert (Wikipedia). D.h. ob China gegenüber Taiwan einen territorialen Anspruch hat, wurde nie geklärt und entspricht dem gleichen Muster nach dem China viele Inseln im Südchinesischen Meer einfach militärisch besetzt hat. Das hochgerüstete demokratische Taiwan zu besetzen, ist auch für China hoch riskant. Deswegen wohl der Verweis, daß durch den Waffenverkauf Chinas Souveränität und Sicherheit bedroht seien. China behauptet tatsächlich allen Ernstes, sich von Taiwan bedroht zu fühlen.
.. nicht gerade allein durch das kleine Taiwan .. ist aber schon real .. .. auch militärisch, aber wg. Atom nicht im Großen, sondern durch ggf. anstehende viele kleine Konflikte. Denn mit Blick auf die Karte sehe ich sowohl südlich als auch nördlich von Taiwan ausschließlich starke bis sehr starke Verbündete der USA, die gar mit eigenen Militärbasen in Schlagdistanz dort massiv präsent sind. - Und mit ihrer Haltung in Sachen Spratlys (wie von Ihnen benannt) weiß jedes Land der Region, wie rigoros China seine Interessen vertreten wird. Desgleichen auch wirtschaftlich, worum es wohl hauptsächlich geht .. .. aktuell übernimmt z.B. Vietnam schon US-Aufträge, die dank Trump China entzogen wurden.
di_wendt 13.07.2019
5. Lächerlich was Sie da schreiben
Zitat von MichaelundNilmaChinas Führung hat sich auf die Fahnen geschrieben, fremdes Territorium inklusive der den Philippinen vorgelagerten Spratlyinseln als eigenes Staatsgebiet zu betrachten. Die VR China erhebt Anspruch auf 80 Prozent des Südchinesische Meeres. China rechtfertigt dies mit der Existenz tausender kleiner Inseln, die seit dem 2. Jahrhundert traditionell Bestandteil des chinesischen Territoriums seien. Auslöser der Konflikte sind das Interesse an Rohstoffvorkommen und reichen Fischgründen in den Seegebieten des Südchinesischen und Gelben Meeres. Die territorialen Grenzen zwischen den Anrainernstaaten sind in vielen Fällen nicht geklärt. Taiwan sicherte sich gegenüber Japan 1952 im Vertrag von Taipeh den Anspruch auf die Insel Taiping Dao. Diese größte aller Spratly-Inseln befindet sich im nördlichen Zentralbereich und wird von 600 Soldaten bevölkert (Wikipedia). D.h. ob China gegenüber Taiwan einen territorialen Anspruch hat, wurde nie geklärt und entspricht dem gleichen Muster nach dem China viele Inseln im Südchinesischen Meer einfach militärisch besetzt hat. Das hochgerüstete demokratische Taiwan zu besetzen, ist auch für China hoch riskant. Deswegen wohl der Verweis, daß durch den Waffenverkauf Chinas Souveränität und Sicherheit bedroht seien. China behauptet tatsächlich allen Ernstes, sich von Taiwan bedroht zu fühlen.
Chinas Führung sieht in der Waffenlieferung eine Bedrohung und zwar darin, falls China Taiwan militärisch Übernehmen müßte, würden die gelieferten Waffen einen zusetzlichen Widerstand bedeuten und Menschenleben fordern. Denn Taiwan gehört zu China nach der Auffassung der Chinesen. Die Chinesen haben noch nie behauptet sich von Taiwan bedroht zu fühlen. Aber diese Wortklaubereien gehören zum amerikanischen, westlichen Wertesystem.
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