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Feuerpause im Gaza-Konflikt Palästinenser kehren in zerstörte Häuser zurück

Die Feuerpause zwischen der Hamas und der israelischen Armee scheint zu halten. Viele Palästinenser nutzten die Waffenruhe, um vorübergehend in ihre Häuser im Gazastreifen zurückzukehren.

Gaza-Stadt/Paris - Zwölf Stunden sollen am Samstag zwischen Israel und der Hamas im Gaza-Konflikt die Waffen schweigen. In dieser Zeit soll die Zivilbevölkerung die Möglichkeit bekommen, sich mit Lebensmitteln und Wasser zu versorgen, Hilfsorganisationen sollen humanitäre Hilfe leisten können. Viele Palästinenser nutzten die Feuerpause, um nach fast drei Wochen israelischer Luftangriffe in ihre zerstörten Häuser zurückzukehren.

Nach dem Beginn der Waffenruhe wurden im Gazastreifen 35 weitere Leichen unter den Trümmern mehrerer Häuser entdeckt. Jeweils 13 Tote seien in den Städten Deir al-Balah und Nusseirat geborgen worden, neun weitere im Norden des Küstenstreifens, sagte der Sprecher der palästinensischen Rettungskräfte, Aschraf al-Kudra. Die Zahl der getöteten Palästinenser seit dem Beginn der israelischen Militäroffensive am 8. Juli stieg damit auf 926. Zudem wurden 37 israelische Soldaten sowie drei Zivilisten auf israelischem Gebiet getötet.

US-Außenminister John Kerry will am Samstag in Paris mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, Laurent Fabius aus Frankreich und Vertretern aus Großbritannien, Italien, Katar, der Türkei und der EU darüber beraten, wie man rasch zu einer dauerhaften Waffenruhe im Gazastreifen kommen kann.

Die Waffenruhe könnte sich aber als brüchig erweisen. Das israelische Militär stellte kurz vor ihrem Inkrafttreten klar, dass seine am 17. Juli in den Gazastreifen eingerückten Truppen weiter damit fortfahren werden, nach Tunneln der Hamas zu suchen und diese zu zerstören. Etliche dieser unterirdischen Gänge reichen bis nach Israel und könnten zu Überraschungsangriffen auf grenznahe israelische Orte und zu Entführungen genutzt werden. Andere dienen der Hamas und anderen Militanten als Kommandozentralen, Waffenlager und Verstecke.

Die Bemühungen von Kerry um eine Waffenruhe waren am Freitag in ein entscheidendes Stadium getreten. Die israelische Regierung lehnte seinen Vorschlag, sieben Tage lang die Kämpfe ruhen zu lassen und über die Forderungen der Hamas zu verhandeln, in dieser Form ab. Das Kabinett von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und die Hamas einigten sich schließlich auf Drängen von Kerry und Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zumindest auf die zwölfstündige Feuerpause am Samstag.

Lufthansa, Air Berlin und die französische Air France bieten inzwischen wieder Flüge nach Tel Aviv an. Viele Fluggesellschaften hatten den Ben-Gurion-Airport wegen Raketengefahr im israelisch-palästinensischen Konflikt mehrere Tage lang nicht angeflogen.

als/dpa/AFP
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