Waffensuche Bush schickt seine eigenen Inspektoren

Auch nach dem amerikanischen Sieg über Saddam steht es mit dem Verhältnis zwischen USA und Uno nicht zum Besten. Enttäuscht will die Bush-Regierung nun 1000 eigene Waffeninspektoren in den Irak schicken.

Washington/New York - Mit dem umfangreichen Aufgebot an Waffeninspektoren wollen die USA jetzt nach Massenvernichtungswaffen suchen. Der US-Nachrichtensender CNN berichtete unter Berufung auf Beamte im Pentagon, zu der 1000 Mitglieder zählenden Gruppe sollten Militärexperten, Geheimdienstleute, zivile Wissenschaftler und private Auftragnehmer gehören. Eine Vorhut der Gruppe halte sich bereits im Irak auf, die gesamte Organisation solle in wenigen Wochen einsatzbereit sein.

Die US-Regierung zeigte sich zuversichtlich, dass verbotene Massenvernichtungswaffen gefunden werden. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, die Aktion werde nicht einer "Schatzsuche" ähneln. Vielmehr würden sich Iraker finden, die Hinweise geben könnten. Auch Außenminister Colin Powell zeigte sich von der Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak überzeugt. "Sie (die Koalitionstruppen) werden sie finden, da bin ich mir einigermaßen sicher", sagte Powell dem Rundfunksender PBS.

Der Chef der Uno-Inspektoren im Irak, Hans Blix, forderte dagegen die Wiederaufnahme der Waffenkontrollen durch eine von der Staatengemeinschaft legitimierte Spezialistentruppe. Andernfalls könnte bei Waffenfunden "deren Echtheit angezweifelt werden", sagte er dem SPIEGEL.

Die USA wollen mit einer neuen Uno-Resolution, in der Waffeninspektionen nicht mehr als Bedingung genannt werden, die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen den Irak erreichen. Das deutete der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, an. Die neue Resolution werde nicht die Bedingungen der alten wiederholen, sagte Boucher. "Es sollte für jedermann ersichtlich sein, dass wir eine andere Situation haben als noch vor einem oder zwei Monaten."

Die Aufforderung von US-Präsident George W. Bush, die Wirtschaftssanktionen aufzuheben, löste unter den Mitgliedern des Weltsicherheitsrates "intensive" Diskussionen aus. Der amtierende Ratspräsident, Adolfo Aguilar Zinser (Mexiko) sagte in New York, es werde erwogen, einige dieser seit 1991 verabschiedeten Resolutionen zu verändern oder aufzuheben. Derzeit liege aber noch kein konkreter Vorschlag eines der 15 Ratsmitglieder vor, sagte der mexikanische Diplomat zur Ankündigung eines amerikanischen Resolutionsentwurfes.

Mehr lesen über