Waffenverkauf Geld für Indien ist Geld für die USA

Indien hat die USA im Kampf gegen den internationalen Terrorismus unterstützt. Die Bush-Regierung hat daraufhin die Militärhilfen für den Subkontinent auf 73 Millionen Dollar verzehnfacht. Nun deckt sich Indien mit militärischer Ausrüstung aus den Vereinigten Staaten ein.


Die Schlagkraft der indischen Armee soll durch neue Waffensysteme gestärkt werden
AP

Die Schlagkraft der indischen Armee soll durch neue Waffensysteme gestärkt werden

Washington - 146 Millionen Dollar wird die US-Waffenindustrie einnehmen, wenn es zu dem Deal mit Indien kommt. Die für Rüstungsverkäufe ins Ausland zuständigen Behörde des US-Verteidigungsministeriums, der DSCA, beschloss, dass die Vereinigten Staaten Indien unter anderem acht Radar-Suchsysteme vom Typ Firefinder verkaufen wollen. Dies teilte ein Sprecher der Behörde in Washington mit.

Die Zustimmung des amerikanischen Kongresses zu dem Rüstungsverkauf scheint gesichert, da eine Ablehnung eine Zwei-Drittel-Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments erfordern würde. Die USA hatte nach den Anschlägen vom 11. September die Militärhilfe für Indien demonstrativ von sieben Millionen Dollar auf 73 Millionen erhöht, nachdem Indien den USA seine Unterstützung im Kampf gegen den internationalen Terrorismus zugesagt hatte.

Die Rüstungsverkäufe an Indien seien ein Beitrag für die Außen- und Sicherheitspolitik der USA und trügen dazu bei, die Sicherheit in einem Land zu verbessern, das einen bedeutenden Faktor in der Region für politische Stabilität und wirtschaftlichen Fortschritt in Südasien bilde, hieß es in der Mitteilung der DSCA.

Indien will auch Flugzeugträger kaufen

Die Radaranlagen und anderen Geräte würden von Indien benötigt, um seinen strategischen Verpflichtungen nachkommen zu können, die darin bestünden, seine Kommunikationseinrichtungen mit denen der US-Streitkräfte kompatibel zu machen, hieß es.

Zwischen Indien und Pakistan herrscht seit Wochen im Konflikt um die Himalaya-Region Kaschmir Hochspannung. Indien wirft zudem dem Nachbarland vor, nicht genügend gegen die vom pakistanischen Teil Kaschmirs ausgehenden Separatisten-Anschläge moslemischer Extremisten zu tun. Erst jüngst hatte die indische Regierung betont, dass sie keinesfalls Truppen aus der Kaschmir-Region abziehen werde.

Nach Angaben von indischen Verteidigungsexperten ist im indischen Haushalts-Entwurf für 2003 eine Erhöhnung der Rüstungsausgaben um mindestens 15 Prozent vorgesehen. Das Budget soll im März vorgestellt werden. Die Regierung in Neu-Delhi ist danach auch an der Beschaffung von modernen Luftraum-Überwachungsanlagen, neuen Kampfflugzeugen, U-Booten und einem zweiten Flugzeugträger interessiert.



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