Verletzter ARD-Reporter Armbrusters Wagen in Syrien "gezielt beschossen"

Über den Angriff auf ARD-Reporter Jörg Armbruster werden Details bekannt: Sein Wagen ist laut SWR in Syrien absichtlich beschossen worden. Der Kleinbus sei allerdings nicht als Pressefahrzeug gekennzeichnet gewesen. Der Journalist sei inzwischen wieder ansprechbar.

Korrespondent Armbruster: Kleinbus gezielt angegriffen
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Korrespondent Armbruster: Kleinbus gezielt angegriffen


London/ Stuttgart - Der angeschossene ARD-Reporter Jörg Armbruster ist zurück in Deutschland - jetzt berichtet sein Sender SWR über Einzelheiten des Angriffs. Der Wagen mit Armbruster ist nach SWR-Angaben im nordsyrischen Aleppo gezielt beschossen worden. Scharfschützen hätten am Karfreitag vom Dach eines Hauses aus auf den fahrenden Kleinbus mit fünf Menschen an Bord gefeuert, sagte ein SWR-Sprecher am Dienstag.

Eine Kugel habe Armbrusters Arm durchdrungen und den Körper getroffen. "Er ist jetzt ansprechbar. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Er wird noch einige Zeit medizinisch versorgt werden müssen." Der langjährige ARD-Fernsehkorrespondent für die arabische Welt liegt in einem Stuttgarter Krankenhaus.

In dem Kleinbus saßen neben Armbruster Hörfunkreporter Martin Durm, ein Kameramann, eine Producerin sowie der Fahrer. Die anderen Insassen blieben unverletzt. Armbruster und sein Team waren auf dem Weg in ein Krankenhaus, um Medikamente abzuliefern. In dieses Krankenhaus war Armbruster mit seiner schweren Verwundung gefahren und dort notoperiert worden. Durm sagte in einem SWR-Hörfunkinterview, der Kleinbus sei nicht als Pressefahrzeug gekennzeichnet gewesen. Laut dem SWR-Sprecher fielen die Schüsse in der Hanan-Base, die von Regierungstruppen gehalten werde.

Der aus Tübingen stammende Armbruster sei nach der Notoperation am Samstag mit einem Krankenwagen an die türkische Grenze gefahren worden, sagte der SWR-Sprecher weiter. Dort sei er an eine private Sicherheitsfirma übergeben worden. Im türkischen Adana kam er dann abermals in ein Krankenhaus, bevor er am Montag mit Durm nach Deutschland ausgeflogen wurde.

März "blutigster Monat des Bürgerkriegs" in Syrien

Armbruster hatte im Januar die Leitung des Studios in Kairo abgegeben, von wo aus er mehrere Jahre für die ARD und den SWR über die arabische Welt berichtet hatte. Seit seinem Abschied aus Kairo ist Armbruster offiziell im Ruhestand, beteiligt sich aber weiter an Projekten im Bereich Auslandsberichterstattung. Armbruster hatte sich mit Durm seit Anfang der vergangenen Woche im Gebiet der Freien Syrischen Armee aufgehalten, um eine Reportage über die Rebellen zu drehen.

Der März ist nach Einschätzung der syrischen Menschenrechtsbeobachter der blutigste Monat seit Beginn des Bürgerkriegs vor zwei Jahren gewesen. Im vergangenen Monat seien 6000 Menschen bei den Kämpfen zwischen Rebellen und Einheiten des Regimes ums Leben gekommen, teilte die der Opposition nahestehende Organisation mit Sitz in London am Montag mit. Zivilisten machten ein Drittel der Opfer aus.

fab/dpa

insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
bob27.3. 02.04.2013
1. ???
Zitat von sysopDPAÜber den Angriff auf ARD-Reporter Jörg Armbruster werden Details bekannt: Sein Wagen ist laut SWR in Syrien absichtlich beschossen worden. Der Kleinbus sei allerdings nicht als Pressefahrzeug gekennzeichnet gewesen. Der Journalist sei inzwischen wieder ansprechbar. http://www.spiegel.de/politik/ausland/wagen-von-ard-reporter-armbruster-gezielt-beschossen-laut-swr-a-892132.html
..ja,ein Jagdunfall wirds wohl nicht gewesen sein!!!
retourenpaket 02.04.2013
2. So lieb sind die lieben Terror-äh-Freiheitskämpfer gar nicht!
Allenfalls auf Seite der Regierung kann man davon ausgehen, dass man hinreichend geschützt wird. Wieso riskiert der SWR die Leben seiner Mitarbeiter und wiederholt die schiefgegangenen Abenteuer, die schon die anderen europäischen Reporter schmerzlich erlebt haben?
seppuproff 02.04.2013
3. Warum
war das Kleinbus nicht als Pressefahrzeug gekennzeichnet? Autobombenanschläge gehören doch mittlerweile zum Standprogramm der "Freiheitskämpfer".........
frontmann22 02.04.2013
4. Foto
Zitat von sysopDPAÜber den Angriff auf ARD-Reporter Jörg Armbruster werden Details bekannt: Sein Wagen ist laut SWR in Syrien absichtlich beschossen worden. Der Kleinbus sei allerdings nicht als Pressefahrzeug gekennzeichnet gewesen. Der Journalist sei inzwischen wieder ansprechbar. http://www.spiegel.de/politik/ausland/wagen-von-ard-reporter-armbruster-gezielt-beschossen-laut-swr-a-892132.html
Ehrlich gesagt sieht das Foto aus, wie direkt aus einem Loriot-Sketch entnommen. Ich möchte gar nicht so genau wissen, was in Syrien los ist. Vielmehr würden mich Hintergründe der europäischen Vernetzungen interessieren und warum viele Sachverhalte, die den meisten Wählern klar sind, von Politikern nicht aufgearbeitet werden. Zum Beispiel Verbesserung des Bruttosozialprodukts durch einen höheren Mindestlohn > mehr Konsumgüter-Nachfrage > mehr (Lohn-)Steuereinnahmen > weniger Aufstocker (geringere Kosten der Sozialsysteme). Ich sehe da bloss Vorteile. Die Probleme in Syrien werden erst in einigen Generationen gelöst werden. Das war noch nie anders. Innerhalb einer Generation wurden noch nie die selbstgemachten Probleme gelöst. Konzentrieren wir uns also auf die eigenen Themen.
cengo 02.04.2013
5. türk
Er wirds überleben.
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