Wahl in Afghanistan Karzai baut seinen Vorsprung aus

Bei der Präsidentschaftswahl in Afghanistan liegt Amtsinhaber Karzai mit Abstand vorn. Doch auch nach Auszählung von drei Viertel der Stimmen hat er keine absolute Mehrheit erreicht. Ein zweiter Wahlgang ist wahrscheinlich. Einen Teil der Ergebnisse hat die Wahlkommission inzwischen annulliert.

Wahlplakat in Kabul: Karzai liegt vor allem im paschtunischen Süden und Osten vorn
AP

Wahlplakat in Kabul: Karzai liegt vor allem im paschtunischen Süden und Osten vorn


Kabul - Hamid Karzai hat seinen Vorsprung weiter ausgebaut. Der Präsident kommt nach den bisher ausgezählten Stimmen aus drei Viertel aller Wahllokale aber immer noch nicht auf eine absolute Mehrheit. Die Unabhängige Wahlkommission (IEC) teilte am Sonntag mit, Karzai habe bislang 48,6 Prozent der Stimmen gewonnen. Sein wichtigster Herausforderer Abdullah Abdullah folge mit 31,7 Prozent. Sollte Karzai auch bei der weiteren Stimmenauszählung keine absolute Mehrheit bekommen, wäre ein zweiter Wahlgang im Oktober notwendig.

Die Wahl ist zunehmend umstritten, weil immer mehr Manipulationsvorwürfe gegen das Karzai-Lager laut werden.

Bei der von den Vereinten Nationen unterstützten Beschwerdekommission (ECC) sind zahlreiche Einwände gegen die Wahl und die Stimmenauszählung eingegangen. Seit dem Wahltag am 20. August erhielt die ECC nach eigenen Angaben mehr als 2300 Einwände. Fast 700 davon wurden als "Kategorie A" eingestuft und sind geeignet, den Wahlausgang zu beeinflussen. Die Wahlkommission hat inzwischen einige Ergebnisse der Wahl annulliert. Grund seien Unregelmäßigkeiten in mehreren Wahllokalen, teilte die Kommission am Sonntag mit.

Beobachter befürchten, dass aufgrund der zahlreichen Unregelmäßigkeiten Kandidaten die Legitimität der Wahl in Frage stellen könnten. Unter anderem wirft Ex-Außenminister Abdullah dem Karzai-Lager Manipulationen vor.

Zu Beginn der Auszählung hatten erste Teilergebnisse noch auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Karzai und Abdullah hingedeutet. Inzwischen liegt der Amtsinhaber 16,9 Prozentpunkte vor Abdullah. An dritter Stelle liegt weiterhin der frühere Planungsminister Ramazan Bashardost mit 10,7 Prozent. Die restlichen 27 Kandidaten spielen keine Rolle mehr.

Als wahrscheinlich gilt, dass Karzai seinen Vorsprung weiter wird ausbauen können. Bislang wurden vor allem Ergebnisse aus Wahllokalen in Provinzen veröffentlicht, in denen Abdullah stark war. Im paschtunischen Süden und Osten des Landes, wo Karzai deutlich vorne liegt, wurden bislang weniger Stimmen ausgezählt. Ein amtliches Endergebnis war ursprünglich für Mitte September angekündigt worden. Der Termin erscheint angesichts der schleppenden Auszählung und der zahlreichen Beschwerden allerdings als kaum haltbar.

ler/dpa



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Seite 1
atzlan 20.08.2009
1. mission failed
Zitat von sysopIn Afghanistan ist die Sicherheitslage extrem gespannt, die deutschen Soldaten wappnen sich gegen neue Anschläge. Wie sieht die Zukunft des Landes aus: Demokratisierung oder Taliban-Terror ohne Ende?
"Die Wahlen werden weit von freien und fairen Wahlen entfernt sein. Ganze Wahlurnen werden verkauft, sie erhalten auf dem Basar Stimmzettel für wenige Dollar. Um die Wahlen herum ist eine ganze Wirtschaft entstanden - mit Demokratie in unserem Sinne hat das aber wenig zu tun." http://www.tagesschau.de/ausland/afghanistaninterview100.html
zenobit 20.08.2009
2.
Zitat von sysopIn Afghanistan ist die Sicherheitslage extrem gespannt, die deutschen Soldaten wappnen sich gegen neue Anschläge. Wie sieht die Zukunft des Landes aus: Demokratisierung oder Taliban-Terror ohne Ende?
Es gibt keine Demmokratisierung in Afghanistan. Das was als solche dargestellt wird ist eine Farce. Andere Regierungen, die ihr Volk so betrügen, würden International geächtet werden und ihnen würde mit wirtschaftlichen Sanktionen gedroht werden. Krazai kauft oder beseitigt seine poltischen Gegner. Wie soll auch in einem Land indem Bürgerkrieg und Krieg gegen ausländische Truppen herrscht, indem mehr als 1/3 des Landes unter Kontrolle der Taliban steht, auch nur ansatzweise eine demokratische Wahl abgehalten werden? Dazu kommt noch, dass die meisten afghanischen Bürger weder Zeitungen lesen und kennen noch irgendwie Strom oder ein Radio besitzen. Wie sollen sich die Menschen in den Provinzen ein Bild von den Kandidaten machen?? Es wird derjenige gewählt, der ihnen von den Stammesführen vorgeschrieben wird und die lassen siche ihre Loyalität bezahlen.
namlob, 20.08.2009
3.
Zitat von sysopIn Afghanistan ist die Sicherheitslage extrem gespannt, die deutschen Soldaten wappnen sich gegen neue Anschläge. Wie sieht die Zukunft des Landes aus: Demokratisierung oder Taliban-Terror ohne Ende?
Wenn wir uns die Gegend einmal näher ansehen, so ist "Demokratie" dort ein Fremdwort. Vergleichen wir mal Tibet vor der KPCh, die postsowejtischen Republiken, Iran u.s.w. Als Alternative gibt es nicht nur die Taliban sondern die Verhältnisse auch bevor die Taliban und die Mujaheddin die Sowjets mit Hilfe der USA des Landes verwiesen haben.
spalthammer 20.08.2009
4. Das kommt darauf an
Zitat von sysopIn Afghanistan ist die Sicherheitslage extrem gespannt, die deutschen Soldaten wappnen sich gegen neue Anschläge. Wie sieht die Zukunft des Landes aus: Demokratisierung oder Taliban-Terror ohne Ende?
Wie die Zukunft des Lands aussieht, hängt wohl stark von der weiteren Vorgehensweise ab: Wenn man endlich begreift, daß AFG für eine Demokratie westlicher Maßstäbe nicht reif ist, die Millionen für die getürkte Wahl lieber den Mohnbauern gibt, damit die KEINEN Mohn mehr anbauen, Obamas Strategie (und das sage ich als Obamakritiker) des Eroberns und Haltens konsequent weiterverfolgt (mit den entsprechenden Verlusten) um das Land endlich zu befrieden, DANACH den zivilen Wiederaufbau betreibt, dann kann das durchaus etwas werden. Das geht aber nur, indem man das System Karzai durch einen UN-Kontrollrat ersetzt und den Afghanen die Souveränität erst mal entzieht. Das wird den meisten (von den Exil-Afghanen mal abgesehen) wahrscheinlich auch egal sein, die wollen Frieden, Brot und ein Dach über dem Kopf wenn es kalt wird. Wenn man so weitermacht wie bisher, dann kann man sich bestenfalls geordnet zurückziehen, wahrscheinlich macht man eher britische Erfahrungen und irgendwann klopft wieder ein einsamer Reiter an ein Stadttor... Ich warte jetzt mal auf die Youtube Attacken und Twitter Offensiven der aufgebrachten Afghanen wegen der Wahl, auf die heilige Empörung des Westens ob der gekauften Stimmen (wenn es welche gibt) und auf das Fingerzeigen auf Russland ob des Schulterschlusses mit Karzai... ach, ich habe völlig vergessen, daß wir nicht im Iran sind. Gruß an alle, die dort dienen und bleibt gesund!
spalthammer 20.08.2009
5. Kommt darauf an...
Zitat von sysopIn Afghanistan ist die Sicherheitslage extrem gespannt, die deutschen Soldaten wappnen sich gegen neue Anschläge. Wie sieht die Zukunft des Landes aus: Demokratisierung oder Taliban-Terror ohne Ende?
Wie die Zukunft des Lands aussieht, hängt wohl stark von der weiteren Vorgehensweise ab: Wenn man endlich begreift, daß AFG für eine Demokratie westlicher Maßstäbe nicht reif ist, die Millionen für die getürkte Wahl lieber den Mohnbauern gibt, damit die KEINEN Mohn mehr anbauen, Obamas Strategie (und das sage ich als Obamakritiker) des Eroberns und Haltens konsequent weiterverfolgt (mit den entsprechenden Verlusten) um das Land endlich zu befrieden, DANACH den zivilen Wiederaufbau betreibt, dann kann das durchaus etwas werden. Das geht aber nur, indem man das System Karzai durch einen UN-Kontrollrat ersetzt und den Afghanen die Souveränität erst mal entzieht. Das wird den meisten (von den Exil-Afghanen mal abgesehen) wahrscheinlich auch egal sein, die wollen Frieden, Brot und ein Dach über dem Kopf wenn es kalt wird. Wenn man so weitermacht wie bisher, dann kann man sich bestenfalls geordnet zurückziehen, wahrscheinlich macht man eher britische Erfahrungen und irgendwann klopft wieder ein einsamer Reiter an ein Stadttor... Ich warte jetzt mal auf die Youtube Attacken und Twitter Offensiven der aufgebrachten Afghanen wegen der Wahl, auf die heilige Empörung des Westens ob der gekauften Stimmen (wenn es welche gibt) und auf das Fingerzeigen auf Russland ob des Schulterschlusses mit Karzai... ach, ich habe völlig vergessen, daß wir nicht im Iran sind. Gruß an alle, die dort dienen und bleibt gesund!
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