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Frankreichwahl: Die gegensätzlichen Sieger

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Erste Hochrechnungen in Frankreich Macron und Le Pen gehen in die Stichwahl

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich liegen Mitte-links-Politiker Emmanuel Macron und Rechtspopulistin Marine Le Pen nach ersten Hochrechnungen vorn. Sie gehen am 7. Mai in die Stichwahl.

Es ist eine richtungsweisende Abstimmung für Europa: Frankreich wählt einen neuen Präsidenten - und es läuft auf ein Duell zwischen Emmanuel Macron (parteilos) und Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National hinaus. Die beiden setzten sich im ersten Wahlgang gegen ihre neun Konkurrenten durch, berichten unter anderem die Sender France 2 und TF1. Der zweite und entscheidende Durchgang findet am 7. Mai statt.

Macron deutete seinen Erfolg als eine Wende in der französischen Politik. "Die Franzosen haben ihren Wunsch nach einer Erneuerung ausgesprochen", sagte er am Sonntag nach der Veröffentlichung der ersten Zahlen.

Laut ersten Hochrechnungen kommt Macron auf 23 bis 24 Prozent und Le Pen auf 21,6 bis 23 Prozent.

Macron lag laut France 2 mit 23,7 Prozent vor Le Pen mit 21,7 Prozent. Die Hochrechnung von TF1 sah ein Ergebnis von 23 zu 22 Prozent. Die 48-jährige Le Pen schnitt damit aber in jedem Fall wesentlich besser ab als vor fünf Jahren, als sie im ersten Wahlgang 17,9 Prozent der Stimmen geholt hatte.

Vor ihren Anhängern nannte Le Pen das Wahlergebnis am Abend "historisch". Sie rief "alle Patrioten" auf, sie in der zweiten Runde zu unterstützen. Es sei an der Zeit, das französische Volk von der "arroganten Elite" zu befreien.

Der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon erreichte laut den Sendern zwischen 19 und 19,5 Prozent, ebenso wie sein konservativer Widersacher François Fillon. Dieser räumte die Niederlage bereits ein und warb bei seinen Anhängern um Unterstützung für Macron. Es gebe keine andere Wahl, als am 7. Mai "gegen die extreme Rechte zu stimmen". Melanchon dagegen weigerte sich, eine Empfehlung für die Stichwahl abzugeben. Er wolle die 450.000 Personen befragen, die seine Kandidatur unterstützt hatten, sagte Mélenchon. Das Ergebnis dieser Befragung werde dann veröffentlicht.

Im Video: Zweikampf um den Präsidentenpalast

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Die beiden verbliebenen Kandidaten für das höchste Amt im Staat könnten unterschiedlicher kaum sein: Auf der einen Seite Macron, Chef der politischen Bewegung "En Marche!" (Auf dem Weg), der europafreundlich eingestellt ist und für eine enge Partnerschaft mit Deutschland eintritt. Ihm gegenüber steht die FN-Chefin, die die Eurowährung in Frankreich abschaffen und ihre Mitbürger über die EU-Mitgliedschaft abstimmen lassen will.

Ein Sieg Le Pens in der Stichwahl in zwei Wochen wäre nach dem Brexit-Votum und dem Triumph von Donald Trump in den USA der dritte große Erfolg von nationalistischen Populisten.

Etwa 47 Millionen Franzosen waren zur Wahl des Nachfolgers von Präsident François Hollande aufgerufen. Insgesamt wollten elf Kandidaten den Sozialisten beerben. Hollande hatte sich nicht mehr für eine weitere Amtszeit beworben. Der französische Staatschef hat weitreichende Machtbefugnisse und amtiert fünf Jahre.

Massives Polizeiaufgebot im ganzen Land

Bei der ersten Runde hatte sich schon früh eine höhere Beteiligung abgezeichnet als erwartet. Prognostiziert wird ein ähnlicher Wert wie vor fünf Jahren, als am Ende 79,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben. Wegen der Terrorgefahr fand die Abstimmung unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen statt - und es war eine niedrigere Teilnahme vorausgesagt worden. Rund 50.000 Polizisten und etwa 7000 Soldaten waren zur Überwachung des Urnengangs abgestellt.

Im Video: So wird in Frankreich gewählt

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jok/vks/dpa/AFP/Reuters
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