Politik

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Umfrage in Frankreich

Macron überholt Fillon, Le Pen bei knapp 27 Prozent

Der unabhängige Kandidat Macron ist plötzlich Favorit bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich. Laut einer Umfrage käme er statt des Konservativen Fillon in die Stichwahl - hinter Rechtspopulistin Le Pen.

AFP

Emmanuel Macron

Mittwoch, 01.02.2017   16:48 Uhr

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Kann der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron einen Erfolg der Rechtspopulistin Marine Le Pen bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich verhindern? Laut einer Umfrage im Auftrag der Zeitung "Les Échos" und des Senders Radio Classique käme er statt des Konservativen François Fillon hinter Le Pen in die Stichwahl.

Der massiv unter Druck stehende konservative Kandidat Fillon erhielte demnach derzeit im ersten Wahlgang 19 bis 20 Prozent der Stimmen und würde damit nicht in die Stichwahl einziehen, so die am Mittwoch veröffentlichte Studie des Instituts Elabe. Fillon habe damit innerhalb von vier Wochen 5 bis 6 Prozentpunkte verloren.

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Die französische Justiz prüft seit vergangener Woche Vorwürfe der Scheinbeschäftigung im Zusammenhang mit der Tätigkeit von Fillons Frau als parlamentarische Mitarbeiterin und bei einer Zeitschrift, die einem Vertrauten Fillons gehört.

Laut der Umfrage kommen Le Pen vom rechtsgerichteten Front National (FN) (26-27 Prozent) und Macron (22-23 Prozent) in die Stichwahl. Bislang hatten Umfragen mit einer Stichwahl zwischen Fillon und Le Pen gerechnet - in der Fillon dann klar vorne gelegen hätte.

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Fillon bezeichnete die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als organisierten Angriff der Linken. Der Konservative habe bei einem Treffen mit Abgeordneten seiner Republikaner-Partei von einem "institutionellen Staatsstreich" gesprochen, hinter dem die Linke stehe, erklärte sein Sprecher. Man versuche, seine Kandidatur zu verhindern: "Man will die Franzosen daran hindern, diese demokratische Wahl zu treffen."

Für die Umfrage wurden am Montag und Dienstag 1053 Menschen online befragt, die repräsentativ für die französische Bevölkerung ab 18 Jahren sind. Für die Auswertung der Stimmanteile wurden die Angaben der 993 Befragten berücksichtigt, die im Wählerregister eingetragen sind.

als/dpa

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