Wahl in Nicaragua Ortega sichert sich wohl Zwei-Drittel-Mehrheit

Präsident Daniel Ortega hat die Wahl in Nicaragua gewonnen und will künftig an der Seite seiner Frau regieren. Die Opposition hatte dazu aufgerufen, die Wahl zu boykottieren.

Daniel Ortega, Ehefra Rosario Murillo
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Daniel Ortega, Ehefra Rosario Murillo


Bei der Wahl in Nicaragua hat sich die Regierungspartei von Präsident Daniel Ortega nach offiziellen Angaben wohl eine Zwei-Drittel-Mehrheit gesichert. Ortegas Sandinistische Befreiungsfront (FSLN) habe bei der Abstimmung am Sonntag rund 71 Prozent der Stimmen erhalten, teilte die Wahlkommission nach Auszählung von einem Fünftel der Stimmen mit. Das endgültige Ergebnis soll am Montagvormittag (Ortszeit, 18.00 Uhr MEZ) bekanntgegeben werden.

Die Wiederwahl des linksgerichteten Ortega galt als gesichert, Meinungsumfragen hatten ihm auch schon die Zwei-Drittel-Mehrheit vorausgesagt. Der 70-jährige Ortega regierte das kleine zentralamerikanische Land bereits von 1985 bis 1990. 2006 und 2011 gewann der ehemalige Guerillaführer die Wahlen erneut.

Ortegas Kinder auf wichtigen Position in Politik und Wirtschaft

Neben Ortega wird künftig seine Ehefrau Rosario Murillo als Vizepräsidentin die Regierungsgeschäfte führen. Sie galt bereits zuvor als die starke Frau in Nicaragua. Auch sieben Kinder des Paares besetzen wichtige Positionen in Politik, Wirtschaft und Medien des mittelamerikanischen Landes.

Die Wahl, bei dem der Präsident und das Parlament neu gewählt wurden, war von einem Boykottaufruf der Opposition überschattet worden. Ortega hatte es durch zweifelhafte Winkelzüge geschafft, die wichtigste Oppositionspartei kleinzuhalten. Sie rief die rund 3,8 Millionen Wahlberechtigten daher auf, die Wahl zu boykottieren. Die fünf Kandidaten kleinerer Oppositionsparteien hatten in den Umfragen zusammen bei lediglich zehn Prozent gelegen.

"Das war keine freie und transparente Wahl", sagte der ehemalige Präsidentschaftskandidat Luis Callejas, dessen Partei CND von der Wahl ausgeschlossen worden war. "Wir fordern die Wiederholung mit Transparenz, fairem Wettbewerb und unter unparteiischer internationaler Beobachtung."

cze/AFP

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