Tadschikistan Autoritärer Präsident Rachmon wiedergewählt

Seit mehr als zwei Jahrzehnten regiert Emomali Rachmon Tadschikistan autoritär. Jetzt ist er mit 83,6 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Internationale Beobachter kritisieren die Abstimmung in der früheren Sowjetrepublik als undemokratisch.

Tadschikistans Präsident Rachmon: Internationale Kritik an der Wahl
REUTERS

Tadschikistans Präsident Rachmon: Internationale Kritik an der Wahl


Duschanbe - Der Wahlsieger in Tadschikistan stand schon vor der Abstimmung fest: Emomali Rachmon ist alter und neuer Präsident der früheren Sowjetrepublik.

Der seit mehr als zwei Jahrzehnten regierende Rachmon hat bei der Präsidentschaftswahl 83,6 Prozent der Stimmen geholt. Nach der Veröffentlichung des Endergebnisses durch die Wahlkommission am Donnerstag kann der 61-Jährige damit seine vierte siebenjährige Amtszeit an der Spitze des zentralasiatischen Bergstaats antreten.

Rachmon regiert autoritär. Internationale Wahlbeobachter kritisierten die Wahl als undemokratisch. Grundlegende Freiheiten seien verletzt worden, hieß es in einer Erklärung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Es habe für die Wähler keine wirkliche Alternative unter den Kandidaten gegeben. Zudem widerspreche die unverhältnismäßig hohe Zahl von Unterschriften, die Bewerber zur Registrierung vorlegen mussten, demokratischen Standards.

Bei der Wahl hatte Rachmon keine ernstzunehmenden Gegner. Seine fünf Mitbewerber um das Amt des Staatschefs waren so gut wie unbekannt.

Insgesamt waren rund vier Millionen Wahlberechtigte zu den Urnen gerufen. Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben bei 86,6 Prozent. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2006 hatte Rachmon 79,3 Prozent der Stimmen erhalten und damit seine dritte Amtszeit angetreten.

Rachmons Landsleute halten ihm zugute, das Land nach dem Bürgerkrieg in den neunziger Jahren befriedet zu haben. Doch unter seiner Herrschaft verschlechterte sich die Wirtschaftslage des armen Staates weiter. Von den etwa acht Millionen Tadschiken leben rund zwei Fünftel in Armut. Etwa eine Million Menschen wanderte in den vergangenen Jahren nach Russland aus.

vek/AFP/dpa



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orthos 07.11.2013
1. Ich glaube den Ergebnissen
Ich glaube den Ergebnissen genauso wie den der unsrigen "Wahl"...
Stewie.119 07.11.2013
2.
Zitat von orthosIch glaube den Ergebnissen genauso wie den der unsrigen "Wahl"...
Dürfte man erfahren wieso Sie Wahl in Anführungszeichen setzen und den Ergebnissen nicht vertrauen!? Das wäre interessant zu erfahren denn begründen tun Sie das ja nicht.
tafelsilber 07.11.2013
3. zu gut...
Zitat von orthosIch glaube den Ergebnissen genauso wie den der unsrigen "Wahl"...
...geht es Ihnen offenbar, um ermessen zu können welch himmelweiter Unterschied zwischen den diktatorischen Verhältnissen in Tadschikistan und unserer pluralistischen Wohlstandsrepublik besteht. Übrigens: Sie haben bei jeder Wahl in Deutschland die Möglichkeit in Ihr Wahllokal zu gehen und die Auszählung mit zu verfolgen...schon gewusst?
angara 08.11.2013
4. Klasse Beitrag! Alles böse kommt aus dem Osten!
Zitat von sysopREUTERSSeit mehr als zwei Jahrzehnten regiert Emomali Rachmon Tadschikistan autoritär. Jetzt ist er mit 83,6 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Internationale Beobachter kritisieren die Abstimmung in der früheren Sowjetrepublik als undemokratisch. http://www.spiegel.de/politik/ausland/wahl-in-tadschikistan-grosse-mehrheit-fuer-praesidenten-a-932357.html
Ich habe mir mal erlaubt den letzten Absatz in das Zitat zu kopieren. Der widerspricht Ihnen doch ganz gewaltig. Erstens kann man es eben doch nicht hoch genau anrechnen, dass im direkt benachbarten Land von Afghanistan mit einem 27%igen Anteil an Tadschiken Frieden herrscht. Die parlamentarisch-westlichen Demokratien können ein solches Resultat für Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen etc. nicht vorweisen. Und zweitens kann Russland dann doch nicht so schlimm (s. Benjamin Bidder-Texte) sein, wenn eine Million Menschen nach Russland auswandern. Womöglich sind die Präsidenten von Russland und Tadschikistan eben doch vom Volk gewollt?
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