Wahlen in Angola Opposition räumt Niederlage eine

Zunächst war von Unregelmäßigkeiten die Rede - nun lenkt die angolanische Opposition ein: Nach der Wahl vom Wochenende hat sie ihre Niederlage eingeräumt. Die regierende Partei von Präsident dos Santos erzielte mehr als 80 Prozent der Stimmen.


Hamburg/Luanda - Die Opposition in Angola hat ihre Niederlage bei der Parlamentswahl akzeptiert und die Partei von Präsident Eduardo dos Santos aufgerufen, "im Interesse aller Angolaner zu regieren". Mit dieser Erklärung am Montagabend wies Unita-Chef Isaias Samakuva die Besorgnis zurück, dass die frühere Rebellenbewegung wie nach der Wahl von 1992 zu den Waffen greifen könnte.

Wahllokal in Angolas Hauptstadt Luana: Opposition akzeptiert ihre Niederlage
AFP

Wahllokal in Angolas Hauptstadt Luana: Opposition akzeptiert ihre Niederlage

Nach Auszählung von vier Fünfteln der Stimmen führte die Volksbewegung für die Befreiung Angolas (MPLA) mit mehr als 80 Prozent. Die Partei dominiert die Politik in dem westafrikanischen Land seit der Unabhängigkeit von Portugal im Jahr 1975. Mit einer Zweidrittelmehrheit im Parlament hätte sie die erforderliche Mehrheit für eine Änderung der Verfassung. Bisher stellte die MPLA 125 der 220 Abgeordneten, die Unita hatte 70.

Am Wochenende hatte die Opposition noch eine Wiederholung der Wahl in der Hauptstadt Luanda gefordert und dies mit den organisatorischen Problemen bei der Abstimmung begründet. Die Wahlkommission hat dies jedoch abgelehnt.

Die Leiterin der EU-Beobachterdelegation, Luisa Morgantini, kritisierte zwar ebenfalls Mängel bei der Organisation der Wahl, würdigte aber die Besonnenheit und den Eifer der Wähler. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sprach von einem "Schritt nach vorn für die Konsolidierung einer Mehrparteiendemokratie" in Angola.

Im nächsten Jahr soll es in Angola auch eine Präsidentenwahl geben, bei der sich der seit 1979 regierende dos Santos vermutlich um eine weitere Amtszeit bemühen will.

flo/AP



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