Wahlen in Belgien Rechte auf dem Vormarsch

Sie fordern die Auflösung Belgiens und einen eigenen flämischen Staat. Bei den Kommunalwahlen in Belgien hat der rechtsgerichtete Vlaams Blok in Antwerpen 33 Prozent der Stimmen bekommen.

Brüssel - Im Vergleich zur letzten Regionalwahl vor sechs Jahren ist das ein Zuwachs von rund fünf Prozentpunkten. Damit bleibt der Block die mit Abstand stärkste Partei in der Hafen- und Industriemetropole Antwerpen.

Aber auch in anderen Städten und Gemeinden Flanderns legte die Partei deutlich zu. In zahlreichen Kommunen Flanderns kam der Block auf mehr als 20 Prozent der Stimmen.

Die Rechnung der rechtsextremen Partei, die vor "multikultureller Diktatur", ausufernder Kriminalität und Flüchtlingsströmen gewarnt hatte, ging offenbar auf. In Zeitungsberichten war von einem "schwarzen Sonntag" die Rede.

Das Amt des Bürgermeisters wird der Block jedoch weder in Antwerpen noch anderswo in Flandern besetzen können. Denn um die Partei zu isolieren, haben alle anderen Parteien schon vor Jahren einen Pakt geschlossen, der jede Art von Kontakt oder Zusammenarbeit mit dem Block verbietet. "Keine demokratische Partei will etwas mit dem Block zu tun haben", sagte der belgische Regierungschef Guy Verhofstadt und weist darauf hin, dass neunzig Prozent der Belgier gegen Rechtsextremismus seien.

In allen Landesteilen, sowohl im niederländischsprachigen Flandern als auch in der französischsprachigen Wallonie mit ihrer deutschsprachigen Minderheit und in der Hauptstadtregion Brüssel waren die Konservativen die Wahlverlierer. Liberale und Grüne legten zu. Dies wurde als Unterstützung der Ampelkoalition um den liberalen Regierungschef Verhofstadt angesehen. Verhofstadt hatte nach den Parlamentswahlen im vergangenen Jahr sein Amt angetreten. Insgesamt stimmten rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte über die Sitzverteilung in 589 Gemeinderäten ab.