Wahlen in den Niederlanden Christdemokraten bleiben stärkste Kraft

Die Christdemokraten (CDA) haben die vorgezogenen Neuwahlen in den Niederlanden gewonnen. Welche Koalition Ministerpräsident Jan Peter Balkenende eingehen wird, ist aber noch unklar. Auch die Sozialdemokraten legten zu.


Wahlsieger: Jan Peter Balkenende
AFP

Wahlsieger: Jan Peter Balkenende

Amsterdam – Balkenendes CDA holte nach dem vorläufigen Endergebnis 44 der 150 Parlamentsmandate. Sie liegt damit nur knapp vor den wieder erstarkten Sozialdemokraten, die mit 42 Sitzen zweistärkste Kraft wurden. Mit diesem Ergebnis hat Balkenende mehrere Koalitionsoptionen. Er könnte etwa eine Neuauflage der kurzlebigen Allianz mit der LPF des ermordeten Rechtspopulisten Pim Fortuyn sowie der wirtschaftsliberalen VVD eingehen. Das Bündnis war im Oktober nach nur 87 Tagen im Amt zerbrochen. Die LPF fiel aber in der Wählergunst deutlich zurück. Sie stellt nur noch acht Abgeordnete, nachdem sie bei den vorherigen Wahlen im Mai noch 26 Sitze erhielt. Möglich ist auch eine große Koalition aus CDA und Sozialdemokraten, wie sie das Land von 1989 bis 1994 unter Ministerpräsident Ruud Lubbers regierte.

"Wir können stolz darauf sein, was wir als Christdemokraten erreicht haben", sagte Balkenende nach seinem Wahlsieg vor jubelnden Anhängern. Auch die Sozialdemokraten, die bei den Wahlen im Mai ihre schwerste Niederlage seit Jahrzehnten hatten einstecken müssen, sahen Grund zum Feiern. "Es ist ein fantastischer Abend und ein fantastisches Ergebnis", sagte der 39-jährige Parteichef Wouter Bos. Dem "Tony Blair der Niederlande" hatten seine Anhänger auf einer Wahlparty in Amsterdam zu den Klängen des U2-Songs "Beautiful Day" einen überschwänglichen Empfang bereitet.



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