Wahlen in Virginia Erstmals holt Transfrau Sitz in US-Parlament

Historisches Ergebnis bei den Wahlen in Virginia: In dem US-Bundesstaat zieht mit der Demokratin Danica Roem erstmals eine Transfrau in ein amerikanisches Parlament ein.

Danica Roem
AFP

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Triumph für Danica Roem: Die Kandidatin der Demokraten besiegte bei den Wahlen im US-Bundesstaat ihren republikanischen Gegner Bob Marshall und zieht damit als erste Transfrau in ein amerikanisches Parlament ein.

Die 33-jährige frühere Journalistin gewann im 13. Distrikt des Bundesstaats gegen den 73-jährigen erzkonservativen und homophoben Marshall, der seit 26 Jahren für die Republikaner im Parlament saß. Marshall hatte sich einst als Virginias "Obersten Schwulenhasser" bezeichnet.

Danica Roem hatte sich 2013 als Transsexuelle geoutet. Ihren Wahlkampf bestritt sie aber überwiegend mit den Themen Jobs, Schulen und Verkehrsstau in Nord-Virginia. Sie hatte vor der Wahl betont, sie gehe nicht als Symbol der Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen (LGBT) in die Politik, sondern wolle ihre Erfahrungen als Lokalreporterin für die Gemeindepolitik nutzen.

Nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen lag sie deutlich mit 55 Prozent vor Marshall mit 45 Prozent in Führung. Die Lobbygruppe Gay & Lesbian Victory Fund lobte die Entscheidung der Wähler, "eine kluge, lösungsorientierte Trans-Führerin einem spaltenden anti-LGBT Demagogen" vorgezogen zu haben. Dies sei eine "starke Botschaft an anti-trans-Gesetzgeber im ganzen Land".

In Massachusetts war 1992 mit Althea Garrison eine Transfrau gewählt worden, sie hatte dies aber vor der Wahl nicht öffentlich gemacht.

Marshall, der seit mehr als einem Vierteljahrhundert im Abgeordnetenhaus saß, hielt sich nach seiner Niederlage in einer Botschaft an seine Wähler kurz: "26 Jahre lang war ich stolz, für Euch und unsere Zukunft zu kämpfen", schrieb er auf Facebook. Er sei dankbar für die langjährige Unterstützung.

In Virginia und im Bundesstaat New Jersey fanden parallel zu den Regionalwahlen auch die Wahlen der Gouverneure statt. Die Demokraten gewannen dabei beide Abstimmungen. Die Wahlen galten als wichtiger Hinweis darauf, wie sich der Einfluss des republikanischen Präsidenten Donald Trump auf die Kongresswahlen im November nächsten Jahres auswirken könnte.

als/AP/dpa



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