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16. Oktober 2012, 07:29 Uhr

Wahlkampfendspurt

Obama und Romney liefern sich Spendenschlacht

Mitt Romney hat so viele Spenden gesammelt wie noch nie in diesem Wahlkampf: Allein im September waren es mehr als 170 Millionen Dollar. Allerdings liegt der Republikaner damit hinter Amtsinhaber Barack Obama. Der umwirbt kurz vor dem zweiten TV-Duell vor allem Briefwähler.

Washington - Der Kampf ums Weiße Haus geht in die entscheidende Phase. Für die beiden Konkurrenten Barack Obama und Mitt Romney kommt es jetzt nicht nur auf überzeugende TV-Duelle an, sondern auch auf eine gut gefüllte Spendenkasse, um in groß angelegten Werbeoffensiven, vor allem Wahl-Spots, auf Stimmenfang gehen zu können. Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat meldet nun einen neuen Spendenrekord: Im September habe er mehr als 170 Millionen Dollar gesammelt, teilte sein Wahlkampfteam mit. Derzeit verfügten Romney und die Republikaner über Barmittel in Höhe von 191 Millionen Dollar.

Doch obwohl Romneys Spendenmaschine wie geschmiert läuft, liegt er mit seiner Summe noch unter der von Amtsinhaber Obama. Der nämlich hat im vergangenen Monat von seinen Unterstützern nach Angaben der Demokraten 181 Millionen Dollar erhalten.

Im Kampf um die Spendengelder kommt Romney damit im Wahlkampfendspurt den zweiten Monat in Folge nur auf Platz zwei. Zuvor hatte der Republikaner drei Monate lang finanziell noch vorn gelegen. Laut einer Aufstellung der "Washington Post" nahm der Ex-Finanzinvestor und frühere Gouverneur von Massachusetts im September an mindestens 23 Spendenveranstaltungen teil. Obama war nach Angaben der Zeitung im vergangenen Monat bei mindestens 13 Spendenaktionen anwesend.

Zweites TV-Duell in Hempstead

Demoskopen sagen für die Wahl am 6. November ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus. Besonders Obama steht unter Druck: Der Präsident hatte bei der ersten TV-Debatte Anfang Oktober einen schwachen, müden Auftritt hingelegt. Romney, der sonst häufig hölzern wirkt, zeigte sich dagegen schlagfertig und souverän. Der Republikaner hat in den Umfragen inzwischen aufgeholt, in einigen Erhebungen liegt er sogar vor Obama.

Am Dienstagabend (Mittwoch, 3 Uhr deutscher Zeit) geht es nun in Hempstead im Bundesstaat New York in die zweite Runde. Obama und Romney werden dieses Mal in ihrem 90-minütigen Duell nicht nur über Innen- und Wirtschaftspolitik, sondern auch erstmals über außenpolitische Themen streiten.

Obama ging am Montag in die Offensive: Er platzierte neue Fernsehspots, in denen er die sinkende Arbeitslosenquote und steigende Verbraucherzuversicht betont. Romney zeigte sich im Interview mit einer Tageszeitung in Iowa in der Abtreibungsdiskussion plötzlich deutlich liberaler als zuvor. Er versprach, die bisherige Gesetzgebung nicht zu ändern.

"Ich konnte den Wahltag nicht abwarten!"

Die zweite Debatte im Stil einer Bürgerversammlung könnte entscheidende Auswirkungen auf das Wahlergebnis haben. In vielen US-Bundesstaaten dürfen die Bürger ihre Stimme schon jetzt abgeben. Obamas Wahlkampfteam versucht mit einer Kampagne, die Anhänger der Demokraten zu einer vorzeitigen Stimmabgabe zu bewegen. US-Präsidentengattin Michelle Obama teilte am Montag via Twitter mit, sie habe bereits per Briefwahl abgestimmt: "Ich konnte den Wahltag nicht abwarten! Liebe Dich!"

Obama erklärte, er werde am 25. Oktober in seiner Heimatstadt Chicago vorzeitig seine Stimme abgeben. "Wenn euer Bundesstaat eine vorzeitige Stimmabgabe erlaubt, folgt mir", schrieb der Amtsinhaber ebenfalls bei Twitter.

Gerade in umkämpften Staaten wie Ohio oder Florida wollen die Demokraten so viele Wähler wie möglich für den Präsidenten mobilisieren. Insgesamt erlauben nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP 32 der 50 Bundesstaaten sowie die Hauptstadt Washington das sogenannte early voting per Briefwahl oder persönlich. Vor vier Jahren lag Obama der "Washington Post" zufolge mit 58 Prozent bei den vorzeitig abgegebenen Stimmen vor dem damaligen republikanischen Kandidaten John McCain. Der kam damals bei den Frühwählern nur auf 40 Prozent.

heb/AFP/Reuters/dpa/dapd

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