Wahlkampf in Frankreich Streit um angebliche Geheimdienst-Aktion gegen Royal-Berater

Das französische Kabinett soll dem Geheimdienst aufgetragen haben, gegen einen Mitarbeiter im Wahlkampfteam der Sozialistin Royal zu ermitteln. Royals Entourage gibt sich empört, Innenminister Sarkozy weist die Vorwürfe zurück.


Paris - Das Satire- und Enthüllungsblatt "Le Canard Enchaîné" berichtet, das Kabinett des Innenministers und konservativen Präsidentschaftsanwärters Nicolas Sarkozy habe beim Polizei-Geheimdienst "Renseignements généraux (RG)" Ermittlungen gegen einen Mitarbeiter im Wahlkampfteam von der sozialistischen Präsidentschaftskandidatin Ségoène Royal angeordnet.

Der Betroffene, Bruno Rebelle, sei Ex-Chef der französischen Greenpeace-Sektion und sei erst vor kurzem zu Royals Wahlkampfteam hinzugestoßen.

Sarkozy wies die Vorwürfe zurück. Die vermeintlichen Enthüllungen seien "lächerlich", die Sozialisten sollten "die Nerven behalten". Die Sozialisten reagierten empört: Laut der konservativen Zeitung "Le Figaro" haben der Parteivorsitzende François Hollande, der ehemalige Kulturminister Jack Lang und Parteisprecher Julien Dray harsche Kritik geäußert.

Holland forderte, dass den Behauptungen des "Canard Enchaîné" sofort nachgegangen werde. "Sollten diese Informationen stimmen, muss das Konsequenzen für den Wahlkampf haben." Dray sagte der Zeitung "Le Monde", solcherlei Praktiken seien "inakzeptabel", sie demonstrierten eine "Verwischung der Funktionen des Inneministers und des Wahlkämpfers" Sarkozy.

ssu/AFP



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