Wahlkampfunterbrechung auf Hawaii Obama in großer Sorge um seine Großmutter

Als er jung war, kümmerte sie sich um ihn wie seine Mutter - nun ist Barack Obama in tiefer Sorge um seine schwer kranke Oma. Bei einem Besuch auf Hawaii sagte der demokratische Präsidentschaftsbewerber: "Ich bin nicht sicher, ob sie es bis zum Wahltag schafft."


Washington - Es sind nur noch elf Tage bis zum entscheidenden Tag, die heißeste Phase des US-Präsidentschaftswahlkampfes. Doch um seine kranke Großmutter auf Hawaii zu besuchen, hat Barack Obama kurzerhand für 48 Stunden alle Termine abgesagt. Während der Wahlkampfunterbrechung äußerte sich der Demokrat nun tief besorgt über den Zustand der 85-Jährigen Madelyn Dunham.

Barack Obama nach der Landung auf Hawaii: Sorge um die kranke Großmutter
REUTERS

Barack Obama nach der Landung auf Hawaii: Sorge um die kranke Großmutter

"Ich bin nicht sicher, ob sie es bis zum Wahltag (am 4. November) schafft", sagte Obama dem US-Sender ABC am Freitag. "Ich will keine Details nennen, aber sie ist schwer krank." Die Großmutter spielte vor allem in der Kindheit Obamas eine wichtige Rolle, weil sie sich während der Abwesenheit seiner Mutter um ihn gekümmert hatte.

Obama und seine Mutter Ann kamen 1971 nach einem längeren Aufenthalt in Indonesien zurück nach Honolulu. 1979 verließ seine Mutter Hawaii wieder. Obama blieb, um seinen Schulabschluss zu machen. Während dieser Zeit kümmerte sich "Toot", wie die Großmutter liebevoll genannt wird, mit ihrem Ehemann Stanley um den jungen Mann. Sie habe auf neue Kleidung und ein Auto verzichtet. "Nur damit es mir bessergeht", betonte Obama. "Eine Frau, die mich groß gezogen hat, alles für mich gegeben hat und mich so sehr liebt wie nichts anderes auf der Welt."

Eine "Mutterfigur für Obama" sieht die "Chicago Tribune" in Madelyn Dunham. "Sie ist mehr als ein Teil seiner Geschichte, sie ist Teil seiner Person", schrieb die Zeitung über Dunham, die an diesem Sonntag 86 Jahre alt wird. "Ich glaube, dass ich ihm ein wenig Halt gegeben habe", sagte "Oma Obama" in einem ihrer wenigen Interviews über ihre Rolle im Leben des berühmten Enkelsohns.

"Ich wollte sie küssen und in den Arm nehmen", sagte Obama am Freitag. "Dann müssen wir herausfinden, was es noch zu erledigen gibt, weil ich überzeugt bin, dass es noch einiges zu tun gibt." Der Chefberater des Demokraten, David Axelrod, sagte der "New York Times", Obama sei zu dem Besuch fest entschlossen gewesen. "Es ist nicht optimal, aber da war keine Debatte, ob wir fliegen oder nicht", sagte er. Dunham habe sich die Hüfte gebrochen und zudem eine Herzattacke erlitten.

An diesem Samstag wollte Obama seinen Wahlkampf in den Bundesstaaten Nevada und New Mexico wieder aufnehmen. Während seiner Abwesenheit hatte ihn Ehefrau Michelle auf Veranstaltungen vertreten.

Obama liegt laut der Webseite "RealClearPolitics" im Durchschnitt aller großen Meinungsforschungsinstitute mit 50 Prozent vorn. Zehn Tage vor der Wahl am 4. November liegt der Republikaner John McCain mit 43 Prozent sieben Prozentpunkte zurück.

phw/dpa/AP

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