Ägyptens Wahlkommission 98,1 Prozent stimmen für neue Verfassung

Das ägyptische Volk hat der Wahlkommission zufolge die neue Verfassung mit überwältigender Mehrheit angenommen: Demnach stimmten 98,1 Prozent der Teilnehmer des Referendums dem Entwurf zu. Die Wahlbeteiligung lag unter vierzig Prozent, Menschenrechtler kritisierten ein Klima der Einschüchterung.

Wahllokal in Kairo: Nur ein gutes Drittel der Ägypter gab die Stimme ab
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Wahllokal in Kairo: Nur ein gutes Drittel der Ägypter gab die Stimme ab


Kairo - Ägyptens neue Verfassung ist durch eine Volksabstimmung angenommen worden. 98,1 Prozent der Teilnehmer des Referendums stimmten dem Entwurf zu, wie die ägyptische Wahlkommission am Samstag in Kairo bekanntgab. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei nur 38,6 Prozent der mehr als 53 Millionen Stimmberechtigten. Offiziellen Angaben zufolge hätten sich 20,6 Millionen Menschen beteiligt, davon seien 20,3 Millionen Stimmen gültig gewesen.

Das neue Grundgesetz enthält formell mehr Rechte für die Bürger als die früheren Verfassungen, privilegiert aber zugleich das Militär. Die Muslimbruderschaft hatte zu einem Boykott aufgerufen. Menschenrechtler und Beobachter kritisierten ein Klima der Einschüchterung, das einen fairen Wettstreit zwischen Befürwortern und Gegnern der Verfassung unmöglich gemacht habe.

Die Annahme des Verfassungsentwurfs galt allerdings als sicher. Er wurde von jenem Teil der Bevölkerung befürwortet, der auch die Entmachtung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär im vergangenen Juli unterstützte.

Mursis Anhänger hingegen lehnen die Verfassung ab und hatten zum Boykott des Referendums aufgerufen. Die Volksabstimmung soll nach den Worten von Interimspräsident Adli Mansur auch den Weg für Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bereiten und so ein halbes Jahr nach dem Sturz Mursis die Rückkehr zur politischen Normalität ermöglichen.

Das zweitägige Referendum in dem nordafrikanischen Land war am Mittwochabend zu Ende gegangen. Am Dienstag, dem ersten Tag der Abstimmung, waren bei Ausschreitungen neun Menschen getötet worden. Am Mittwoch war es dagegen vergleichsweise ruhig geblieben, auch wenn erneut Dutzende Menschen festgenommen wurden. Insgesamt nahmen die Sicherheitskräfte nach Angaben des Innenministeriums im Verlauf der Abstimmung444 Menschen in Gewahrsam, weil sie "den Referendumsablauf gestört" haben sollen.

nck/AFP/AP

insgesamt 38 Beiträge
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ohne_benutzername 18.01.2014
1. Tja
zuerst dachte ich, die hohen % hören sich verdächtig an, wenn man aber berücksichtigt, das alle die dagegen waren, erst gar nicht zur Abstimmung sind, sind die selber schuld .... Sie hätten ja dagegen stimmen können, wollten es aber nicht.
RagabAbdelaty 18.01.2014
2. Quatsch
weder die Jugendlichen noch die Opposition hat an der Abstimmung teilgenommen und selbst säkulare Leute, die mit Nein stimmen wollten, wurden gesetzwidrig festgenommen. Keiner durfte das Wort Nein aussprechen und die Medien waren nur mit einem Ja. Es ist keine Verfassung, sondern eine Dokument, das den Generälen weitere Privilegien garantiert und das Militär zum Staat im Staate macht. Ab heute spricht man von keiner Demokratie mehr in Ägypten; denn ist ist nur eine Diktatur
GSYBE 18.01.2014
3. 98,1 Prozent der Ägypter stimmen für neue Verfassung
Was soll der Quatsch? Bei Mathe in der Schule durchgefallen?
enni3 18.01.2014
4.
Zitat von sysopDPADas ägyptische Volk hat der Wahlkommission zufolge die neue Verfassung mit überwältigender Mehrheit angenommen: Demnach stimmten 98,1 Prozent der Teilnehmer des Referendums dem Entwurf zu. Die Wahlbeteiligung lag unter vierzig Prozent, Menschenrechtler kritisierten ein Klima der Einschüchterung. http://www.spiegel.de/politik/ausland/wahlkommission-98-1-prozent-der-aegypter-stimmen-fuer-neue-verfassung-a-944279.html
DDR-Verhältnisse. Aber ganz ehrlich muss man als europäischer Atheist froh sein, dass sich Sisi zum Diktator erklärt. Viel schlimmer für die Mehrheit der Ägypter wäre gewesen, die Muslimbrüder hätten eine Diktatur errichtet. Ja und auch die Beuern und Analphabethen im Nildelta, die zuletzt ihre Stimme den Fanatikern gaben, haben gewonnen. Demokratie funktioniert nur mit Toleranz von Meinungen, was die Muslimbrüder nicht wollten. Es ist schade, dass der ägyptische Frühling so endete, aber er musste es. Besser eine Militärdiktatur als eine religiöse Diktatur. Es ist ernüchternd, dieses Fazit ziehen müssen.
rkinfo 18.01.2014
5. Wer wählte ist wohl jetzt Hassziel der Islamisten?
Um möglicht viele Menschen von ja abzuhalten klappte die Einschüchterung der Islamisten recht gut. Aber das ist durchsichtig und Aufgabe der neuen Politik diesen Terror zu unterbinden.
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