Wahlsieg der Opposition Machtwechsel in Honduras

Der Oppositionspolitiker Ricardo Maduro hat die Präsidentenwahlen in Honduras gewonnen.


Tegucigalpa - Nach Auszählung von rund einem Fünftel der Stimmen lag der Kandidat der Nationalen Partei mit 52,38 Prozent vor dem Bewerber der regierenden Liberalen Partei, Parlamentspräsident Rafael Pineda Ponce (71) mit 44,17 Prozent. Nachdem sich Maduro am Sonntagabend (Ortszeit) schon zum Sieger erklärt hatte, räumte Pineda kurz vor Mitternacht seine Niederlage ein.

Maduro, ein Unternehmer und früherer Zentralbankpräsident, wird am 27. Januar die Nachfolge von Präsident Carlos Flores Facusse antreten, der selbst nicht noch einmal kandidieren durfte. Vor Tausenden von Anhängern bekräftige Maduro sein Wahlversprechen, einen entschiedenen Kampf gegen die Kriminalität zu führen. Die Nationalen hatten schon eine Stunde nach Schließung der Wahllokale auf Grund der ersten Trendmeldungen mit den Siegesfeiern begonnen.

Die Wahlen waren am Sonntag friedlich verlaufen. Außer einem Präsidenten wählten die Honduraner auch 128 Kongressabgeordnete, die 298 Bürgermeister des Landes und ihre 20 Vertreter im Zentralamerikanischen Parlament. Seit dem Ende der Militärdiktatur vor 20 Jahren hatten die Liberalen 16 Jahre und die Nationalen lediglich vier Jahre, von 1990 bis 1994, regiert. Dieses Mal gewann die Nationale Partei auch die Kongressmehrheit und das Bürgermeisteramt in Tegucigalpa.

Zu den größten Herausforderungen für den künftigen Präsidenten zählt die Massenarmut. Die wirtschaftliche Lage in Honduras, einem der vier ärmsten Länder Lateinamerikas, hat sich zuletzt wegen des Verfalls der internationalen Kaffeepreise verschlechtert. Während der Amtszeit von Präsident Flores wurde Honduras außerdem von drei Naturkatastrophen heimgesucht, dem Hurrikan "Mitch" Ende 1998, einer starken Dürre von Mitte vorigen bis in den Spätsommer dieses Jahres und dem Hurrikan "Michelle", der Ende Oktober den Norden des Landes überschwemmte.



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