Wahlstart in Israel Polizei nimmt jüdischen Aktivisten fest

In Israel haben die vorgezogenen Parlamentswahlen begonnen, geschützt von einem massiven Aufgebot der Sicherheitskräfte. Polizisten stoppten einen israelischen Rechtsextremisten - er wollte die arabische Bevölkerung provozieren.


Jerusalem - Israel wählt unter scharfer Bewachung ein neues Parlament. Die Grenzübergänge zum Westjordanland wurden abgeriegelt, Palästinensern der Zugang nach Israel verwehrt. Landesweit sind etwa 16.000 Polizisten im Einsatz.

Parlamentswahl: Ein orthodoxer Israeli gibt seine Stimme in einem Jerusalemer Wahllokal ab
AP

Parlamentswahl: Ein orthodoxer Israeli gibt seine Stimme in einem Jerusalemer Wahllokal ab

Die Polizei stoppte am Morgen einen jüdischen Rechtsextremen, der die mehrheitlich von Arabern bewohnte Stadt Umm el-Fahm in der Nähe von Haifa betreten wollte. Baruch Marsel wurde festgenommen, weil er seine eigene und die öffentliche Sicherheit gefährde, teilten die Behörden mit. Der Politiker hatte darauf bestanden, in Umm el-Fahm der örtlichen Wahlkommission vorzustehen. Arabische Bewohner drohten daraufhin, sie würden Marsel notfalls gewaltsam aufhalten. Marsel war früher Aktivist der inzwischen verbotenen extremistischen Kach-Partei.

In Israel sind rund 5,3 Millionen Wahlberechtigte aufgefordert, ein neues Parlament zu wählen. Die Wahlstationen sind seit 6 Uhr Mitteleuropäischer Zeit geöffnet. In Umfragen lagen zuletzt die Kadima-Partei von Außenministerin Zipi Livni und der rechte Likud-Block des ehemaligen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu gleichauf. Erwartet wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Die Wahlen waren vorgezogen worden, nachdem der amtierende Ministerpräsident Ehud Olmert seinen Rücktritt erklärt hatte und es der Außenministerin Livni nicht gelungen war, eine neue Regierung zu bilden. Mit ersten Ergebnissen wird kurz nach der Schließung der Wahllokale um 21 Uhr Mitteleuropäischer Zeit gerechnet.

beb/dpa/Reuters



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